Moby fordert Musikindustrie zum Umdenken auf

Mobys Tagebuch ist inzwischen schon berüchtigt. Via Netz veröffentlicht der Produzent seine Gedanken nahezu täglich unzensiert. Im Eintrag vom 5.9. macht er sich welche über seine eigene Branche und die aktuelle Filesharing-Debatte und kommt zu bemerkenswerten Schlüssen.

Die Preissenkung von 3 Dollar in den USA, die Universal jüngst angekündigt hatte, hält Moby zum Beispiel für prinzipiell richtig, doch das sei viel zu wenig und komme viel zu spät. Wenn`s nach Moby ginge müsste die Industrie schnellstens folgende Schritte einleiten:

1. Musik für eine Filesharing-Plattform lizenzieren, die ausdrücklich nicht von der Musikbranche selbst kontrolliert wird. Nur so könne sich ein freier Markt entwickeln, bei dem man nicht nur gierig den eigenen Vorteil sucht. Die Preise für Online-Musik müssten fallen, die Qualität müsse steigen und das ganze müsse sehr einfach zu handhaben sein.

2. Es müsse zukünftig zwei unterschiedliche CDs geben. Eine billige für 5-6 Dollar ohne Schnickschnack und eine teure für Fans mit aufwändigem Artwork und Bonusmaterial für 15 Dollar.

3. Die Produktionskosten für Alben und Videos müssen wieder auf ein realistisches Maß zurückgeschraubt werden. Die Welt brauche weder Alben, die mehr als 100 000 Dollar kosten, noch Videos die mehr als 50 000 Dollar Budget verschlingen.

4. "Stop putting out shitty records!" Statt nur noch Kopien von bekannten Künstlern und bekannten Songs zu veröffentlichen, sollten wieder mehr eigenständige Künstler gesignt werden, deren Platten einen Wert haben.

5. Sofort aufhören, Musikfans zu verfolgen. Filesharer seien keine Kriminelle, sondern Musikfans, die kein legales, attraktives Angebot im Netz vorfänden. Stattdessen gebärde sich die Industrie wie früher Nero oder jetzt George W. Bush...

Moby schließt seine Ausführungen mit einer eindringlichen Warnung: "Die Plattenfirmen sind mit einer unausweichlichen Tatsache konfrontiert: das Musikgeschäft hat sich geändert und wird sich weiterhin verändern. Wenn die Plattenfirmen sich nicht mit verändern können dann werden sie sehr bald überflüssig sein."
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