Morpheus will Kopierschutz einführen

Die P2P Tauschbörse Morpheus macht eine 180-Grad-Wendung. Nachdem man erst kürzlich von Fasttrack aufs Gnutella Netzwerk umgestiegen war, möchte man jetzt auch noch ein Digital Rights Management einführen, wie es auch die großen Plattenfirmen anstreben. Doch damit wird man sich nicht gerade beliebt machen.

Das riecht verdächtig nach einem faulen Kompromiss. Da sich die Mitglieder des Fasttrack Netzwerks in Kürze vor einem US-Gericht stellen müssen und erklären sollen, warum man über das Netzwerk massive Verletzungen des Urheberrechts begehen kann, sucht man beim soeben abgesprungenen Morpheus und dessen Mutterfirma Streamcast offenbar jetzt gute Argumente, um nicht Millionen Strafe nachzahlen zu müssen.
Doch es dürfte völlig unmöglich sein, dem freien Gnutella-Netz, das ja auch unabhängig vom Morpheus-Client die Festplatten von vielen Millionen Nutzern direkt untereinander verbindet, ein wie auch immer geartetes Geschäftsmodell mit der Plattenindustrie oder Einschränkungen für die Nutzer aufzudrücken. Und wenn man nur noch geschützte Dateien tauschen kann, dürften die User zukünftig weitgehend ausbleiben und einfach zu den zahlreichen Alternativen abwandern. (siehe unser "Filesharing Special")
Die Tauschbörsen-Nutzer werden so einen Versuch jedenfalls böse abstrafen und auch die Plattenindustrie wird solche Aktionen kaum überzeugen, denn immerhin ist Morpheus längst über die Dimensionen von Napster hinausgewachsen und hat in den vergangenen Monaten urheberrechtlich geschützte Dateien in bisher unerreichter Zahl seinen Nutzern zugänglich gemacht. Das wird man nicht auf sich sitzen lassen wollen.
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