Morpheus will Musik zukünftig "verleihen"

Mit einer neuen Strategie versucht sich derzeit die beliebteste Tauschbörse Morpheus aus den Stricken der Justiz zu befreien. Ab April will man Musik über sein Netzwerk nur noch für eine gewisse Zeit verleihen, alles weitere soll dann kostenpflichtig werden.

Auf der neugestalteten Homepage des Morpheus Betreibers Musiccity findet sich eine erste Information, was sich ab April alles ändern soll bei Morpheus. Vor allem ködert man Musiker und Labels mit der Aussage, dass nur noch geschütztes Material über den Filesharing Client zugänglich gemacht werden soll. Die Files sollen zukünftig in ein Sicherheitssystem verpackt werden und nur noch ein paarmal angehört werden können. Möchte der Nutzer dann weiterhin unbegrenzten Zugriff auf eine Datei, wird diese kostenpflichtig.

Morpheus setzt derzeit auf das unkommerzielle, offene Netzwerk von Gnutella auf, um seine Pläne in die Tat umzusetzen, müsste man sich wohl wieder trennen, denn bei Gnutella gibt es alles unkontrolliert und umsonst zum freien Download. Von User zu User werden Files direkt und unverschlüsselt zugänglich gemacht, daher scheint es unwahrscheinlich, dass Morpheus in Zukunft geschützte und ungeschützte Files ein und desselben Künstlers anbieten wird.

Damit schlägt man dieselbe Richtung ein, wie vorher bereits Napster. Doch Napster ist nach wie vor offline und arbeitet seit Monaten vergeblich an einem Neustart mit rechtlich einwandfreien und lizensierten Titeln - bisher trotz freundlicher Unterstützung des Bertelsmann-Konzerns ohne konkrete Erfolge melden zu können. Es scheint daher unwahrscheinlich, dass Morpheus bereits im April mit einem funktionierenden, rechtlich einwandfreien Angebot an den Start gehen kann. Es darf vermutet werden, dass man nur vor Gericht im Vergleich zu seinen Konkurrenten KaZaa oder Grokster möglichst "sauber" dastehen will. Was mit Software, Videos oder anderen urheberrechtlich geschützten Files geschieht, ist den bisherigen Plänen nicht zu entnehmen. Schließlich braucht man etwa ein PC-Spiel nur einmal installieren, um es immer auf dem eigenen System verfügbar zu haben. Ein Zugriff von außen zur Kontrolle der Nutzung von Dateien scheint aus rechtlicher Sicht mindestens so heikel, wie die nach wie vor ungeklärte Problematik des Urheberrechts bei Filesharing-Angeboten. Es bleibt bei chaotischen Zuständen im Netz und das wahrscheinlich noch eine ganze Weile.

Weitere Informationen über Morpheus und Filesharing in unserem Filesharing Special.

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