MP3 im Büro - Firmenserver machen`s möglich

Die Firma Integrated Information Systems hat ein Problem. Sie stellt ein Produkt zum sicheren Vertrieb von Musik her. Doch gleichzeitig veröffentlichten die Mitarbeiter unzählige Musikstücke auf einem riesigen firmeninternen MP3 Server. Zum Missfallen der Musikindustrie.

Denn der war das bunte MP3 Treiben in der Firma gemeldet worden und sofort strebte man ein Gerichtsverfahren an. Außergerichtlich hat man sich nun mit IIS auf die Zahlung von 1 Million US-Dollar geeinigt.
Doch IIS ist kein Einzelfall.
In vielen großen Firmen gibt es längst riesige Server, über die Mitarbeiter unzählige MP3 tauschen können. Auch in Deutschland soll das längst gängige Praxis sein. Medienunternehmen mit Musikarchiven lagern diese inzwischen auch oft im platzsparenden MP3 Format. Der Zugriff durch die Mitarbeiter scheint da erstmal ein Kavaliersdelikt, könnte sich jedoch je nach Größe eines Unternehmens zum kollektiven Diebstahl ausweiten.
Doch Firmen, die solche Server zur Verfügung stellen, könnten auch hierzulande durch abtrünige Mitarbeiter schnell auffliegen und zur Zahlung von Strafen für die Urheberrechtsverletzungen und potenzielle Umsatzeinbußen verknackt werden.
Auch die Firma Technicolor wurde jetzt von der Musikindustrie bezichtigt, systematisch Raubkopie zu betreiben und sogar einen Vertrieb mit den illegalen Kopien aufgebaut zu haben. Technicolor ist eine Tochter des großen Medienunternehmens Thomson, das auch das Patent für MP3 hält. Aber das scheint nur die Spitze eines weiteren Eisbergs zu sein. (ur)

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