MP3.com ist wieder da

CNet Networks hat diese Woche den Neustart der bekannten Website MP3.com bekannt gegeben. Mit dem altbekannten Musikportal hat die Seite jedoch nur noch wenig zu tun: An Stelle von kostenlosen Downloads gibt es auf MP3.com jetzt Links zu Online-Shops und Hintergrundartikel.

Kern der neuen MP3.com-Plattform ist eine Suchmaschine für kommerzielle Onlinemusik. So können Nutzer nach aktuellen Chart-Hits suchen und feststellen, in welchem der kostenpflichtigen Online-Musikportale es die Songs zu kaufen gibt. Dabei durchsucht MP3.com die Kataloge von iTunes, Napster, Rhapsody, Buymusic und einiger kleinerer Anbieter. Die meisten dieser Onlineshops setzen jedoch auf andere Dateiformate als MP3. Zusätzlich können MP3.com-Nutzer auf eine grafische Suchmöglichkeit namens Musicvine zugreifen, die musikalische Verwandschaften über schicke Flash-Bubbles darstellt ? eine Technologie, die CNet von der Website Musicplasma.com lizenziert hat.

Die zweite wichtige Stütze der Plattform sind Informationen und Anleitungen. So wird erklärt, wie man am besten Vinyl-LPs digitalisiert und wie sich MP3s normalisieren lassen. Dazu gibt es die obligatorischen Tests kommerzieller Angebote, die jedoch allesamt recht unkritisch daherkommen. Schließlich gibt es auch noch ein bereits relativ aktives Forum. Nur eins sucht man auf MP3.com vergeblich: MP3s.

MP3.com startete 1998 als kostenlose Promotion-Plattform für unabhängige Musiker. Experimente mit neuen Online-Vertriebsformen führten jedoch dazu, dass MP3.com von den großen Plattenfirmen verklagt wurde. 2001 wurde die Website dann von Vivendi Universal aufgekauft. Ende 2003 wechselte MP3.com abermals den Eigentümer und landete bei CNet, einer bisher im Netz hauptsächlich für IT-News und Softwaredownloads bekannten Firma.

Ganz aufgegeben hat allerdings auch CNet das ursprüngliche MP3.com-Konzept nicht. Auf seiner neuen Website Music.Download.com bietet die Firma unabhängigen Musikern 50 Megabyte für ihre MP3s. (jr)
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