MP...was?? Audioformate im Vergleich (Teil 2)

Es ist nicht alles MP3, was sich als Download im Netz anbietet. Nach dem Siegeszug von MP3 haben sich allerlei Firmen und Entwickler daran gemacht, eigene Formate zu erfinden und sich damit eine goldene Nase zu verdienen. Die wichtigsten haben wir hier auf einen Blick zusammengestellt. Heute: WMA und Liquid Audio.

MP3 stürzte die Musikbranche in eine tiefe Krise. Musik umsonst und massenhaft im Internet verbreiten zu können, war die Horrorvorstellung, die es unter allen Umständen zu verhindern galt.

Da kam Microsoft mit seinem neuen WMA Format gerade recht. Mit zahlreichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, konnten die Musikfirmen plötzlich wieder die Regeln bestimmen. Beispielsweise kann der User mit diesem Format zu einer Registrierung per E-Mail gezwungen werden oder man gibt dem Musikstück kann eine gewisse "Haltbarkeitsdauer" mit, danach wandelt es sich automatisch um in Datenmüll. Auch grenzenloses Kopieren oder Brennen auf CD kann eingeschränkt werden. Der Rechteinhaber selbst bestimmt, was der User mit dem Musikstück darf und was nicht.
Aufgrund dieser verschiedenen Optionen hat sich das Microsoft Format bei den meisten großen Plattenfirmen bereits als einziges Download-Musikformat durchgesetzt. Sehr zum Bedauern der User, die sich jetzt mit den diversen Beschränkungen herumschlagen müssen.
Viele dieser Files werden auf den Seiten der Anbieter nicht selten als "MP3" angepriesen, was sie aber eigentlich gar nicht sind. Vorteil des Microsoft Formats: knapp um die Hälfte kleiner als MP3 bei ungefähr gleicher Klangqualität. Geschickt hat sich die Gates-Firma erneut einen lukrativen Markt unter den Nagel gerissen, den sie so schnell nicht wieder hergeben wird. Und die Musikindustrie hat sich einen (über)mächtigen Player in Sachen Internetmusikvertrieb ins Boot geholt. Ob das auf Dauer gut geht, steht noch in den Sternen.

Dennoch gibt es noch zahlreiche andere Player, die was vom großen Kuchen abhaben wollen, der in der Zukunft für Musik-Downloads übers Internet vorhergesagt wird.

Liquid Audio versucht sich schon seit Jahren an einem sicheren Musikformat, das bislang aber noch nicht so richtig gegen die übermächtige Konkurrenz wie Microsoft oder MP3 durchsetzen konnte. Auch hier werden zahlreiche Einschränkungen für den Nutzer zur großen Hürde auf dem Weg zum Musikgenuss ohne Komplikationen. Denn wer will sich schon mehrere Megabytes Daten herunterladen, wenn diese schon nach wenigen Tagen oder ein paarmal Abspielen ungültig werden? Dennoch setzen viele Major-Plattenfirmen oder der große CD-Händler amazon auch dieses Format noch auf ihren Webangeboten ein - Zukunft ungewiss...

(Fortsetzung folgt...)

Beste WMA und Liquid Audio Anbieter:
www.epitonic.com
www.mtv.com
www.amazon.com

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