"MTV für die Internet-Generation"

Das Freundesnetzwerk MySpace macht von sich reden
Während im Radio immer die selben Titel laufen und im Musikfernsehen außer Dating-Shows und dem Selbstverstümmelungs-Klamauk "Jackass" eigentlich kaum noch etwas zu sehen ist, lässt sich neue Musik am Besten im Internet entdecken. Diesen Umstand macht sich das soziale Netzwerk MySpace zu Nutze.

In den vergangenen Jahren hat sie sich die Online-Community MySpace zum regelrechten Tummelplatz für Bands entwickelt. Mehr als 500.000 Musiker stellen auf der, nach dem Vorbild von Freundesnetzwerken wie Friendster oder Orkut modellierten Plattform ihre Songs vor und kommunizieren über Weblogs und Instant Messaging mit ihren Fans. Das US-Technologiemagazin "Wired" sieht in MySpace bereits das "MTV für die Internet-Generation". Weltstars wie Madonna, R.E.M oder Coldplay nutzen die virtuelle Gemeinschaft ebenso zur Kontaktaufnahme mit ihrem Publikum, wie die Indie-Größen Death Cab for Cutie und eine Reihe hoffnungsfroher Newcomer.

Die dort geknüpften virtuellen Freundschaftsbande zahlen sich in vielen Fällen aus. Die Bands My Chemical Romance, Silverstein und Hawthorne Heights verdanken ihre ersten Erfolge vor allem der regen Mund-zu-Mund-Propaganda der MySpace-Besucher. Auf diese vertrauen auch die Betreiber der Plattform. Sie haben vor kurzem ein Label gegründet, das junge Bands und Musiker aus der Online-Community auch in die Plattenläden bringen soll. Als erster Act wurde die HipHop-Boyband Hollywood Undead unter Vertrag genommen.

Obschon MySpace, das über 35 Millionen Mitglieder hat, vorwiegend von Jugendlichen genutzt wird, verbindet es auch die Generationen. Der mittlerweile 64-jährige Pop-Schwerenöter Neil Diamond, der auf MySpace gerade sein Comeback-Album "12 Songs" vorstellt, stößt auch bei jüngeren Semestern auf Begeisterung. Er hat mittlerweile fast 10.000 "Freunde" in der Online-Community. (dax)

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