Musik-Abos: ...und sie zahlen doch!

Es steckt alles noch in den Kinderschuhen. Doch trotz Filesharing, Pannen, Pech und unzähligen Pleiten scheint sich herauszukristallisieren, dass für Premium Services für Musik auch bezahlt wird. Das meint zumindest das Marktforschungsunternehmen Jupiter und der Musikanbieter Musicmatch.

Der unabhängige Musikanbieter Musicmatch, der vor allem durch seinen komfortablen MP3 Player bekannt wurde, hat in der vergangenen Woche den einhunderttaussendsten Abonnenten bei seinem Streaminradio MX begrüßt. Gegen eine Gebühr von 3.33 US-Dollar pro Monat kann man sich in eine der zahlreichen Radiostationen reinklicken, die Musik jeglicher Couleur anbieten.
Vorteil: anders als im "normalen" Radio findet jeder Hörer ein Programm für seinen ganz persönlichen Geschmack, während im Radio nur massentaugliches gespielt wird. Zudem muss sich der Hörer nicht endlos durch einzelne Titel wühlen, sondern kann sich inspirieren lassen durch die musikalischen Zusammenstellungen - ein Klick genügt. Wenn einem ein Titel mal nicht gefällt, kann man durch drücken einer Skip-Taste einfach zum nächsten Titel gelangen. Weiterhin ein Vorteil, dass Radio MX ohne Werbeunterbrechungen oder andere nervtötende Begleiterscheinungen auskommt. Mit diesem Konzept wurde Musicmatch inzwischen zum Marktführer in Sachen Online-Radio-Abo.

Dabei ist alles erst noch am Anfang. Denn auch Radio MX kann derzeit nur einen Bruchteil der Musik anbieten die auf dem Markt ist. Das wird sich in den nächsten Monaten ändern und dann ist auch für andere Anbieter der Weg frei zum kostenpflichtigen und reizvollen Premium Musikservice. Auch das Marktforschungsunternehmen Jupiter Media Metrix bestätigte den Trend zum Premium Service. "Die Kunden erkennen den Wert von Premium-Diensten und sind auch bereit, dafür zu bezahlen.", so Aram Sinnreich von Jupiter. Doch eines scheint sich jetzt schon herauskristallisieren: mit Kopien der erfolgreichen, weil kostenlosen Filesharing-Börsen wie Napster oder Morpheus ist kein Geschäft zu machen. Wenn schon bezahlen, dann muss wenigstens der Service stimmen. (ur)

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche News

MP3-Downloads: Abonnements bevorzugt

MP3-Downloads: Abonnements bevorzugt

Nach einer Marktforschungsstudie sind einzelne Downloads nicht das Modell der Zukunft
Das Prinzip „Bezahlung pro Download“ könnte schon bald passé sein. Das amerikanische Marktforschungsinstitut Jupiter hat auf Grundlage seiner aktuellen Studie die Prognose gewagt, dass sich schon bald Download-Abonnements in digitalen Vertriebssystemen durchsetzen werden.
Neue Modelle für die Nutzung von Tauschbörsen

Neue Modelle für die Nutzung von Tauschbörsen

Die Musikindustrie macht erste Schritte in Richtung Anerkennung von P2P-Systemen. In den USA sind neue Nutzungsvarianten von Tauschbörsen im Gespräch. Geplant ist ein Modell, das den Usern den Zugriff auf andere Festplatten via P2P gestattet.
Studie: MP3 stärkt neue Künstler

Studie: MP3 stärkt neue Künstler

Eine aktuelle Studie der Universitäten Connecticut und Buffalo beschäftigt sich mit der Frage, ob Internet und MP3 wirklich für die Umsatzeinbußen der Musikindustrie verantwortlich zu machen sind. Ihr Ergebnis: nicht wirklich.
Glücksfall Tauschbörsen

Glücksfall Tauschbörsen

Filesharing polarisiert. Einige halten es für die Zukunft des Musikbusiness, andere für dessen Todesstoß. Nun hat sich das Marktforschungsunternehmen Jupiter noch einmal dieser Frage angenommen und dabei festgestellt: Filesharing polarisiert. Tendenziell neigen Filesharer jedoch dazu, mehr für Musik auszugeben.

Empfehlungen