Musik aus der Wolke

Apple stellt neuen Musikdienst vor

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC stellte Apple wie jedes Jahr neue Geräte und Software vor. Zwar gab es dieses Jahr kein neues iPhone oder iPad, dafür aber einen neuen Musikdienst: iTunes in the cloud.

Der Dienst iCloud soll künftig das umständliche Synchronisieren von Daten auf jedes einzelne Gerät überflüssig machen. Mit iTunes Match kann man seine gekauften Songs online auf dem Apple-Server sichern und automatisch auf allen Geräten synchron halten.

Aber nicht nur das: auch nicht über den Music Store erworbene Musik soll iTunes erkennen und automatisch mit seinem Server abgleichen, so dass die Musiksammlung künftig nicht mehr nur auf dem heimischen Rechner, sondern überall abrufbar auf den Servern von Apple bereitsteht. Dazu muss man seine Songs nicht einmal hochladen. Apple gleicht die Musiksammlung des Nutzers einfach mit seinem Datenbestand ab. Das könnte der erste Schritt in eine downloadfreie Zukunft sein: statt Musik herunterzuladen, kauft man nur noch den Zugang zur Musik und ruft sie online ab, wann immer man Musik hören will.

Allerdings macht man sich damit auch von einem Anbieter abhängig, während die CD-Sammlung und die Songs auf der Festplatte immer in den eigenen vier Wänden verfügbar bleiben. Kein Wunder also, dass die großen Musikanbieter ihre Kunden nur zu gerne über solche Services exklusiv an sich binden wollen. Bereits jetzt zeichnet sich ein harter Kampf ab, um mit derartigen Services Stammkunden zu gewinnen.

Erst letzte Woche haben wir darüber berichtet, dass Facebook den Streaming-Dienst Spotify integrieren will, bei dem man gar keine Songs mehr kauft, sondern nur noch eine monatliche Abogebühr bezahlt. Und auch Amazon hat kürzlich ein vergleichbares Angebot auf den Markt gebracht, das nun aber nochmal kräftig überarbeitet werden muss, wenn man gegen Apple bestehen will.

Grundlegend neu ist diese Idee allerdings nicht, sie ist sogar schon steinalt: der Anbieter MP3.com hatte bereits 2002 ein entsprechendes Konzept umgesetzt, allerdings ohne sich vorher mit der Musikindustrie über eine solche Nutzungsform geeinigt zu haben. Die langwierigen Gerichtsverfahren führten schließlich zum Verkauf und zur Schließung der innovativen Musik-Plattform.

Für 25 Dollar pro Jahr wird der neue Apple-Dienst angeboten inklusive Speicherplatz für 20 000 Songs. iTunes Match wird zunächst - wie üblich - nur US-Nutzern bereit stehen. Wann der neue Dienst nach Europa kommt ist noch nicht bekannt.

Die Keynote von Steve Jobs kann man sich hier in voller Länge anschauen.

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