Musikbranche 2005: Downloads könnten aus der Krise helfen

Wieder Umsatzrückgang im letzten Jahr, aber Hoffnung für 2005

Das Jahr 2004 war wieder kein gutes Jahr für die Musikbranche, musste sie doch erneut einen weltweiten Umsatzrückgang beklagen. Doch Downloads und Musik-DVDs könnten 2005 aus der Krise helfen.

Nach einer Studie der Marktforschungsgruppe Informa kann die Musikbranche im Jahre 2005 erstmals nach vier Jahren wieder mit Wachstum rechnen, nachdem der weltweite Umsatz im letzten Jahr wieder um 1 Prozent gesunken war. Marksättigung, Raubkopien im Zusammenspiel mit preiswerten CD-Brennern und die illegale Verbreitung von Musik im Internet gelten noch immer als Ursachen für die Krise.

Doch das Internet scheint jetzt für die Musikbranche auch der richtige Weg aus der Krise zu sein: Online-Downloads beleben den Musikmarkt derzeit so gut, dass der Umsatzverlust des letzten Jahres im laufenden Jahr voraussichtlich mit Sicherheit wieder wettgemacht wird. Auch der Absatz von Musik-DVDs ist im letzten Jahr weltweit um ca. 26 Prozent gestiegen und für 2005 wird ein weiterer Anstieg um knapp 18 Prozent erwartet.

Die Beliebtheit der Downloads und der entsprechenden Abspielgeräte sowie das neue Marktsegment für Musik-DVDs lassen die Branche demnach darauf hoffen, in den kommenden Jahren wieder an die Zahlen vor der großen Krise heranzukommen. So lag der weltweite Jahresumsatz im Jahre 2000 bei ca. 39 Milliarden Dollar und war damit rund 7 Milliarden Dollar höher als der Umsatz des vergangenen Jahres. Nun soll es aber den aktuellen Studien zufolge wieder aufwärts gehen: für 2005 wird erwartet, dass vor allen Dingen die Musikmärkte Chinas und Russlands in den nächsten Jahren deutlich expandieren.

Auch wenn im Online-Bereich der Musikwirtschaft im letzten Jahr nur knapp 1 Prozent des weltweiten Absatzes erwirtschaftet worden sind, kann nach der Prognose der Marktforschungsgruppe Informa gerade für den Bereich Download euphorisch in die Zukunft geschaut werden: im Jahre 2010 soll der Online-Markt bereits fast 9 Prozent des weltweiten Umsatzes erwirtschaften.

Angesichts dieser Zahlen haben Downloadportale wie iTunes & Co. den Musikmarkt in den letzten Monaten nachweislich belebt und lassen langfristig auf einen anhaltenden Aufschwung hoffen. Eine Analyst der Marktforschungsgruppe Informa bringt die Wirkung des Wettbewerbs um die Downloads wie folgt auf den Punkt: "Das hat die Musikindustrie wieder sexy gemacht." (js)

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