Musikindustrie lässt Links auf AllofMP3 verbieten

Abmahnungen gegen Online-Dienste angekündigt
Der russische MP3-Anbieter AllofMP3 ist der Musikindustrie seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Nun hat man vor dem Münchner Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, die die Illegalität des Angebotes in Deutschland bestätigt. Damit sind Berichte und Links zum Angebot von AllofMP3 verboten.

Ohne Vorwarnung haben einige Online-Dienste, die über AllofMP3 berichtet hatten, in den letzten Tagen ein Anschreiben von der deutschen IFPI erhalten mit der Aufforderung Links zum Anbieter zu sperren. Darunter auch Seiten, die sich durchaus kritisch mit der komplizierten Rechtslage befassen. Die IFPI unterstellt den Medien, die Gebrauchsanleitungen, positive Berichte oder auch nur Links zu AllofMP3 veröffentlicht hatten, eine Unterstützung des nach deutschem Recht nun illegalen Angebots.

Die Rechtslage ist aber keinesfalls so einfach zu durchschauen, wie es die Aktion der IFPI vermuten lässt. Denn erst im März waren Versuche der IFPI, das russische Angebot zu schließen am russischen Recht gescheitert. Für die Nutzer des Angebots kann es also keineswegs "offensichtlich" sein, ob es sich bei den angebotenen Downloads um "rechtswidrig hergestellte Vorlagen" handelt. Nur dann müssten Nutzer nach geltendem Urheberrecht auch mit juristischen Konsequenzen rechnen. Allerdings fehlt auch hier aufgrund fehlender Rechtssprechung die Rechtssicherheit.
Jedenfalls ist in der Pressemitteilung der IFPI derzeit ausschließlich von Medien die Rede, die mit Abmahnungen zu rechnen haben, nicht von den Nutzern des Dienstes.

Mehr Informationen zum Thema bietet irights.info. (ur)

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche News

Musikindustrie klagt gegen YouTube-mp3.org

Musikindustrie klagt gegen YouTube-mp3.org

Deutsche Ripping-Website im Visier der Plattenfirmen
Die großen Plattenfirmen der US-Musikindustrie haben die Betreiber der Ripping-Seite YouTube-mp3.org verklagt. Sie soll für mehr als 40 Prozent des illegalen Musik-Rippings verantwortlich sein.
AfD missachtet Urheberrechte und beklagt sich über Demokratie in Deutschland

AfD missachtet Urheberrechte und beklagt sich über Demokratie in Deutschland

Oder: Wie doof kann man eigentlich sein?
Die AfD Berlin hat einen komplett inhaltsfreien Wahlwerbespot gedreht und einen Song darunter gelegt. Leider hat sie vergessen, die Urheber zu fragen, ob sie das eigentlich darf. Jetzt ist die Partei beleidigt und hält das tatsächlich für ein Problem unserer Demokratie. So funktioniert die Logik der Rechtspopulisten.
Haben Led Zeppelin "Stairway To Heaven" nur geklaut?

Haben Led Zeppelin "Stairway To Heaven" nur geklaut?

US-Gericht hat entschieden
Fast jeder erfolgreiche Song der Musikgeschichte, sieht sich Urheberrechtsklagen ausgesetzt. Jetzt erwischt es zum wiederholten Male Led Zeppelin. Ihre Hymne "Stairway To Heaven" soll angeblich nur geklaut sein. Jetzt entschied ein Jury über den Fall.
Four Tet: "Soundcloud ist ein Stück Scheiße"

Four Tet: "Soundcloud ist ein Stück Scheiße"

Soundcloud löscht Musik von namhaften Produzenten
Dass es bei Soundcloud seit einiger Zeit nicht mehr ganz rund läuft, ist bekannt. Nun mehren sich die Stimmen prominenter Soundcloud-User, deren Musik ohne Vorwarnung einfach gelöscht wird, weil sie angeblich Urheberrecht verletzt. So geschehen bei Four Tet, Martin Garrix oder Chet Faker. 
Pelham vs. Kraftwerk: Bundesverfassungsgericht stärkt das Sampling

Pelham vs. Kraftwerk: Bundesverfassungsgericht stärkt das Sampling

Verfassungsgericht verweist auf die Kunstfreiheit
Seit zwei Jahrzehnten prozessieren Kraftwerk gegen Moses Pelham, der für einen Song von Sabrina Setlur ein 2-sekündiges Kraftwerk-Sample verwendete. Das höchste Gericht kassierte nun das Urteil des BGH. Der Fall muss neu entschieden werden. 

Empfehlungen