Musikwirtschaft bittet Schröder um Hilfe

Bei einem Lobbytermin mit Bundeskanzler Schröder haben Vertreter der Musikwirtschaft politische Hilfe für die Probleme der Musikbranche im digitalen Zeitalter erbeten. Als prominentester Musik-Funktionär sass Marius Müller-Westernhagen mit am Tisch.

Bereits kurz vor Weihnachten trafen sich die Vertreter der Phonoverbände nach Angaben des Branchenfachblatts Musikwoche.de mit dem Bundeskanzler und stellten ihm einen Katalog mit ihren Hauptforderungen vor.
Erstens die rechtliche Anerkennung der Formel "Schützbares schützen, Nicht-Schützbares vergüten", zweitens müsse der umfassende Einsatz von Kopierschutz gesichert und uneingeschränkter Schutz gegen Umgehungstechnologien gewährleistet werden und drittens dürfe es künftig für den Konsumenten keinen Anspruch auf Privatkopien mehr geben.

Für diese auch innerhalb der Branche umstrittenen Forderungen zeigte Bundeskanzler Schröder nach Angaben der beteiligten Industrievertreter volles Verständnis und "Sympathie".
Die dargelegten Punkte sollen nach dem Willen der Musikindustrie bei der bevorstehenden Novellierung des Urheberrechts in den Entwurf des Justizministeriums mit einfließen. Ob es soweit kommen wird, ist indes noch ungewiss, denn obwohl das bisherige Gesetz aus dem Jahre 65 verlustfreie digitale Kopien noch gar nicht kennt, gibt es hinsichtlich der Einschränkung der Verbraucherrechte mindestens ebenso viele Bedenken. Dennoch fühlten sich die Vertreter der Musikindustrie nach dem Treffen ermutigt, den bisher eingeschlagenen restriktiven Kurs beizubehalten.(ur)

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