Myspace oder besser gesagt Murdochspace?

Immer mehr User wenden sich enttäuscht ab
Dass Myspace bald nicht mehr die erste Anlaufstelle für viele User bleibt, hat sich abgezeichnet und ist für viele Leute nichts Neues. Ob die Ära Myspace aber wirklich zu Ende geht? Darüber kann nur spekuliert werden. Die Indie-Rock Band Bones auf Louisiana kann darüber auf jeden Fall ein Liedchen singen.

Seit geraumer Zeit mehren sich die Vorzeichen, dass Myspace bei Usern immer unbeliebter wird. Derzeit laufen Social Networking-Fans in Scharen zu anderen Portalen wie Facebook oder Haystack über. Ein Grund dafür ist nicht nur, dass mit Rupert Murdoch ein stramm konservativ-rechter Medienguru das Portal gekauft hat, sondern auch dass Myspace-User in den letzten Monaten nicht sonderlich fein behandelt wurden.

Ein Beispiel dafür lieferte vorige Woche die Indierock Band Bones. Als sie eines Tages ihre Myspace URL aufriefen, merkten sie, dass nicht mehr ihr Profil auftauchte, sondern das der TV-Show Bones, die auf Murdochs Sender Fox läuft. Die Band hatte in den letzten zwei Jahren nach eigenen Angaben hart an ihrer Myspace-Seite gearbeitet und wollten diese natürlich nicht verlieren. Auf Intervention der Bones bekamen diese ihre Myspace-URL wieder zurück.

Auch die Nutzungsbedingungen, die bis vor wenigen Monaten noch vorsahen, dass hochgeladene Musik ohne Zustimmung der Musiker weiterlizensiert werden darf, sind mehr als fragwürdig. Der Musiker Billy Bragg wies medienwirksam auf dieses Problem hin und flugs wurden die AGBs geändert.

Zudem wurde die Klangqualität der Downloads ohne Wissen von Bands und Labels auf mickrige 92 kbps/22 kHz reduziert. Für jeden Musikfreund ist das ein Schlag ins Gesicht und für Tonspion ein Grund, keine Downloads auf MySpace mehr vorzustellen.

Vor allem der Umstand, dass Myspace zu einem Sammelbecken von Möchtegern-Rockstars, Pornodarstellern und adoleszenten Selbstdarstellern mutiert macht die Sache auch nicht besser. Aber dafür kann ja jetzt Myspace nichts. Obwohl: das Prinzip der Vernetzung hat sich immer mehr zu einem regelrechten ?Wer hat mehr Freunde?-Schwanzvergleich ausgewachsen. Dafür kann Myspace sehr wohl was. Der Medienhype hat ebenfalls seine Sache dazu beigetragen. Aber allen Unkenrufen zu trotz: das Portal erfreut sich zwar nicht mehr so grosser Beliebtheit, trotzdem verzeichnet Myspace immer noch ganz enorme Zugriffszahlen.

Dennoch ist es beruhigend zu wissen, dass Myspace jetzt nicht die einzige Social-Networking Seite bleibt. Ein paar Tage erst ist es her, als MP3.com wieder für Bands und Musikfans seine Pforten geöffnet hat. Na, wie wärs? Oder suchen wir uns besser wieder echte Freunde. Wäre auch eine Möglichkeit. (pb)

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