Napster kurz vor Einigung?

Im ewig und drei Tage dauernden Prozess der Musikindustrie gegen Napster steht nun offenbar eine Einigung kurz bevor. Beide Seiten baten dafür noch um ein bisschen Zeit, und bekamen jetzt noch einmal 30 Tage für weitere außergerichtliche Verhandlungen.

Der vor knapp zwei Wochen gestartete Beta-Test ließ es fast vergessen. Aber da war doch noch was? Genau, ein Prozess. Napster muss sich immer noch vor Gericht für das alte Tauschbörsenmodell verteidigen. Gestern war mal wieder ein Verhandlungstermin unter Leitung der mittlerweile leidgeprüften Richterin Marilyn Hall Patel. Doch die verfügte nur, dass beiden Seiten noch einmal 30 Tage miteinander verhandeln können, bis dann am 17. Februar darüber entscheiden wird, ob und in welcher Form ein Urteil gefällt wird.

Gegenüber der Presse erklärte der neue Napster-CEO Konrad Hilbers dazu: "Wir sind optimistisch, dass das Vertrauen, mit dem beide Seiten in den letzten Wochen in Verhandlungen über eine Beilegung und über Lizenzierungen gegangen sind, zu einer schnellen Einigung führen wird." Damit werde dann auch die letzte Hürde zum Start des Abo-Services aus dem Weg geräumt. Von der RIAA oder den einzelnen Major-Labels gab es dazu jedoch erst einmal keinen Kommentar.

Napster hat Anfang des Monats seinen Betrieb mit einem Beta-Test wieder aufgenommen, der vorerst auf 20 000 Nutzer beschränkt ist. Getauscht werden können 110 000 Songs, jedoch keine Inhalte von Major-Labels. Hilbers hatte in der Vergangenheit den Neustart stets an eine Lizenzierung der Kataloge der Majors geknüpft.

Diese hatten sich in der Vergangenheit aber eine ganze Weile geziert und wollten erst ihre Schadensersatzansprüche geklärt sehen. So mutmaßt die New York Times nun auch, dass die Plattenfirmen sich nicht ganz freiwillig auf den Aufschub eingelassen haben. Richterin Patel soll angeblich damit gedroht haben, die "Ernsthaftigkeit" der Verhandlungen zwischen den Plattenfirmen und Napster zu untersuchen. (jr)

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