Napster ruft zum Boykott gegen iTunes auf!

Der Tonspion Wochenrückblick

Der offene Brief, den Steve Jobs vor wenigen Tagen veröffentlichte, hat teils heftige Reaktionen seitens der Musikindustrie ausgelöst. Jetzt meldet sich auch Napster-Chef Chris Gorog zu Wort und ruft förmlich zum Boykott gegen Apples iTunes Store auf. Weniger boulvardesk ist die Meldung, dass Warner Music jetzt mit der Music-Social-Networking Plattform Last.FM zusammenarbeiten wird.

Chris Gorog, Chef des Musikservices Napster, forderte kürzlich die Plattenindustrie auf, keine Musik-Lizenzen mehr an ?Vertreter eines abgeschlossenen DRM-Systems? zu vergeben. Dieser Aufruf richtet sich vor allem gegen Apples iTunes Store, der solch ein geschlossenes DRM-System verwendet.

Steve Jobs hatte erst vor vier Tagen in einem offenen Brief dazu aufgerufen, den Kopierschutz von Musik-Files gänzlich zu überdenken. Eine Alternative, nämlich die Öffnung seines hauseigenen DRM-Verfahrens FairPlay hat er jedoch mit der Begründung ausgeschlossen, da dies einfach zu riskant sei, weil Firmengeheimnisse an Dritte weitergegeben werden müssten. Gorog meint nun, dass die fehlende Interoperabiliät, die zum Großteil von Apple ausgehe, ?schädlich? für die Plattenindustrie sei, da User, die beispielsweise bei Napster einkaufen, ihre Musik nicht auf den iPod abspielen können. Apple, so Gorog, halte damit die positive Entwicklung des digitalen Marktes zurück, die eigentlich viel besser sein könnte.

Auch Vertreter der Majorindustire haben auf Steve Jobs offenen Brief teilweise recht heftig reagiert. Jetzt hat sich auch John Kennedy, Chef der Ifpi, zu Wort gemeldet. Er findet die Diskussion, die derzeit rund um das Thema DRM geführt wird, an sich sehr lobenswert. Jedoch macht Kennedy klar, dass die Musikindustrie derzeit nicht dazu bereit sein wird, gänzlich auf DRM zu verzichten und will daher die ?Alternative? diskutieren, die Kennedy viel lieber wäre: nämlich mehr Interoperabilität.

Last.FM hat soeben seinen ersten Deal mit einem Major abgeschlossen. In Zukunft soll der gesamte Musikkatalog von Warner Music bei der Social Networking Plattform zu finden sein. Den Fans, die schon Warner-Artists von Madonna bis Johnny Cash gut finden, soll so die Möglichkeit geboten werden, neue Warner-Künstler zu entdecken und diese in Last.FM-Manier zu konsumieren. Damit setzt der Major auf eine äußerst beliebte Plattform, die derzeit rund 15 Millionen User pro Monat verzeichnet. Auch mit EMI, Sony BMG und Universal laufen derzeit Verhandlungen. (pb)

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