Napster startet, Overpeer wird eingestellt

Das Musikabo kommt, die Musikspammer gehen

Es ist ein Kommen und Gehen in der schönen neuen Welt des Internet. Während mit Napster der erste Abo-Downloaddienst in Deutschland sein Glück versucht, wurde der Versuch, mit Fake-Dateien die Tauschbörsennutzung zu beenden, mangels Erfolg wieder eingestellt.

Wo Napster drauf steht, ist nicht unbedingt Napster drin. Jedenfalls hat das neue Downloadangebot von Napster so gut wie nichts mehr mit der Tauschbörse Napster zu tun, die Ende der Neunziger die Musikbranche erschüttert hatte. Nach juristischen Auseinandersetzungen und einigen Inhaberwechseln ist Napster inzwischen fester Teil des Musikbusiness und verleiht in den USA Musik zum Pauschalpreis. Nun startet die so genannte Musik-Flatrate auch in Deutschland.

Für 9,95 Euro pro Monat bietet Napster Zugriff auf rund 1,5 Millionen Songs. Klingt zwar verlockend, hat aber einen kleinen Haken. Die Songs können nämlich nur auf die Festplatte heruntergeladen, aber nicht auf mobile Geräte oder CD überspielt werden. Dafür wird nochmal 99 Cent pro Song fällig. Allerdings sind die Napster-Audiodateien auch dann nicht mit dem weit verbreiteten Apple iPod abspielbar. Kündigt man sein Abo, sind alle nicht separat bezahlten Songs automatisch nicht mehr abspielbar.

In den USA hat Napster mit diesem Modell 450 000 zahlende Abonnenten gewonnen. Wie es in Deutschland angenommen wird, bleibt abzuwarten. Musicload reagiert nun etwas nervös auf das Angebot des neuen Konkurrenten und plant seinen Nutzern, ebenfalls gegen eine monatliche Pauschale alle Titel des Katalogs als Stream zugänglich zu machen. Allerdings ohne den Download der Titel zu ermöglichen.

Während in den legalen Downloadmarkt also wieder etwas Bewegung kommt, bleibt auch das illegale Filesharing turbulent. Der US-Anbieter Loudeye hat sein Angebot Overpeer mit sofortiger Wirkung eingestellt. Overpeer war dafür bekannt, in Tauschbörsen Fake-MP3s zu verbreiten, die den Usern den Spaß am kostenlosen herunterladen vermiesen sollten. Natürlich spricht man über solche Methoden ungern, deshalb war Overpeer offiziell für den "Schutz digitaler Inhalte" zuständig.

Doch offenbar blieben zuletzt die Kunden aus der Musikindustre aus. Wohl auch deshalb, weil der Erfolg dieser Maßnahme kaum nachzuweisen war. In den vergangenen zwei Jahren hat die Tauschbörsennutzung weltweit sogar deutlich zugenommen. Deshalb konzentriert sich die Musikindustrie inzwischen darauf, Tauschbörsen per Gerichtsbeschluss verbieten zu lassen, was in den Fällen von WinMX, eDonkey und Grokster bereits zu Erfolgen geführt hat. Doch nach wie vor ist die Zahl der Tauschbörsennutzer nach einer Studie von Jupiter Research rund dreimal so hoch, als die der legalen Downloadkäufer oder -abonnenten. (ur)

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