Napsters doppelte Wiederkehr

Napster 2.0 ist da. Die ehemalige Tauschbörse erlebt in den USA in diesen Tagen ihre Wiederauferstehung als Digital-Download-Shop mit Abo-Option. Gleichzeitig nimmt sich eine britische Firma der ursprünglichen Idee einer kommerziellen Tauschbörse an.

Seit gestern können US-Musikfans ganz offiziell wieder auf Napster zugreifen. Mit der anarchischen Tauschbörse, die im Jahr 2000 Millionen von MP3-Sammlern begeisterte, hat das Programm mit der Katze allerdings nur noch wenig zu tun. Auf P2P-Funktionen verzichtet Napster komplett. Statt dessen können seine Nutzer Musik für 99 Cent pro Song herunterladen.

Die einzelnen Songs liegen im kopiergeschützten Windows Media-Audioformat vor, das ein begrenztes Brennen auf CD erlaubt. Außerdem können die Titel auf digitale Audioplayer übertragen werden, die mit Windows Media umgehen können. Das sind bisher allerdings noch nicht so viele ? Marktführer Apple setzt mit seinem iPod auf das Konkurrenzformat AAC.

Zusätzlich zum Verkauf einzelner Titel können Napster-Nutzer für knapp zehn Dollar pro Monat auf alle Titel des Angebots zugreifen. Abonnenten können sich so viele Titel auf ihren PC laden, wie sie wollen. Ein Brennen von Audio-CDs ist dann allerdings nicht möglich. Als Gimmicks bietet Napster seinen Nutzern zudem ein eigenes Online-Musikmagazin sowie werbefreie Radiostationen.

Fast zeitgleich gab die britische Firma Wippit bekannt, sich Lizenzen der EMI für seine kommerzielle P2P-Plattform gesichert zu haben. Wippit erinnert ein bisschen an das, was Napster einmal werden wollte: Die Firma betreibt seit zwei Jahren eine kostenpflichtige Tauschbörse, über die lizenzierte Musik zum Festpreis von rund 45 Euro pro Jahr ausgetauscht werden kann. Bisher bietet Wippit nur Musik unabhängiger Plattenfirmen wie etwa Ninja Tune, Edel und One Little Indian. Bemerkenswert daran: Die meisten Tracks sind im MP3-Format verfügbar, Nutzer können sich beliebig viele Tracks herunterladen und ? besonders interessant ? das Angebot steht im Gegensatz zu den meisten US-Musikplattformen auch Nutzern aus Deutschland offen. (jr)

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