Neue Klagewelle gegen „BitTorrent“-User

Der US-Verband der Filmindustrie geht wieder gegen Tauchbörsennutzer vor
Hollywoods Filmindustrie setzt weiterhin unverhohlen auf die Strategie „Angst“. 286 neue Klagen wurden in den letzten Wochen gegen die Betreiber von File-Sharing-Websites, welche die BitTorrent-Technologie zum Austausch von Filmdateien nutzten, eingereicht. John Malcolm, Senior Vice President der MPAA (Verband der US-Filmindustrie) spricht von einem historischen Erfolg.

Bereits seit Jahresbeginn hat die MPAA parallel zur aggressiven Kampagne der Musikindustrie gegen illegale File-Sharer und P2P-Netzwerke die neue Technologie BitTorrent, mit der große Datenmengen wie etwa Filme problemlos online ausgetauscht werden können, ins Visier genommen.

Ungeklärt ist dabei aber noch, wie genau der juristische Vorwurf an die User lautet. Schließlich enthält das Info-File zum Downloaden der Torrents nur den Hash-Wert des zu downloadenden .torrent-Files.
Was die Torrents selbst betrifft, könnte jeweils nur gegen jene User vorgegangen werden, die sich das ganze Torrent gezogen haben und nicht nur unfertige Schnipsel, was den Täterkreis doch erheblich einschränkt.

Das File-Sharing-Tool wird überdies zunehmend als legale Applikation ? etwa beim Vertrieb von Open Source-Software ? genutzt. Zum illegalen Sharing bietet sich das Tool vordergründig auch gar nicht an, da es keinerlei Möglichkeit bietet, die Identität des Users zu verbergen. Schön für die MPAA, schlecht für die Innovation, denn letztlich besteht die akute Gefahr, dass es nicht der vereinzelte Missbrauch, sondern die Technologie sein wird, die nach alldem juristischen Kräftemessen auf der Strecke bleibt. (md)

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