Neue Modelle für die Nutzung von Tauschbörsen

Die Musikindustrie macht erste Schritte in Richtung Anerkennung von P2P-Systemen. In den USA sind neue Nutzungsvarianten von Tauschbörsen im Gespräch. Geplant ist ein Modell, das den Usern den Zugriff auf andere Festplatten via P2P gestattet.

Allerdings soll sich dieses Angebot nur auf zahlende Teilnehmer erstrecken, die sich auf diesem Weg zwar Musik anhören, nicht aber abspeichern dürfen.
Ermöglicht soll die neue Variante der Tauschbörsennutzung durch eine Kooperation verschiedener Unternehmen. So sollen die Firmen Mercora, Musicmatch und iMesh bereits daran arbeiten, derartige Angebote in ihre Services zu integrieren ? und zwar in Absprache mit der Musikindustrie.

Im Endeffekt soll es ermöglichst werden, kostenpflichtig heruntergeladene Musikstücke mit Hilfe der P2P-Technolgie auch mit anderen Nutzern zu teilen. Voraussetzung ist jedoch ein entsprechendes Abonnement aller Beteiligten. Für externe User ist die Nutzung nur sehr begrenzt. Aber das ist nicht der einzige Haken der neuen Vermarktungsstrategie. So kann zwar in der Tat innerhalb des Abonnementenkreises via P2P auf andere Festplatten zugegriffen werden. Auch soll es möglich sein, sich über dieses Verfahren Musikstücke anzuhören, die sich andere User zuvor gegen Entgeld heruntergeladen haben. Die entscheidende Beschränkung besteht aber darin, dass es nicht möglich sein soll, sich diese Dateien auf die eigene Festplatte zu kopieren.

Sicherlich bietet das Modell die Möglichkeit, Musik relativ unkompliziert und auf legale Weise zu entdecken. Echte Musikliebhaber werden für dieses Angebot allerdings kaum zu begeistern sein. Denn letztendlich wird der User immer daran interessiert sein, dass er Musik, für die er bezahlt hat, auch ohne Beschränkungen anhören kann - sei es auf seinem MP3-Player oder im Autoradio.

Auch wenn das geplante Angebot nicht wirklich eine Alternative zu der illegalen Nutzung von Tauschbörsen bietet, so deutet es doch an, welche Möglichkeiten sich der Musikindustrie offenbaren, zukünftig selbst P2P-Netzwerke kommerziell zu nutzen. (js)

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