Neue Modelle für P2P: Umsatzbeteiligung für Filesharer?

Das P2P-Netzwerk Weed möchte seine User am Erlös beteiligen
Die Musikbranche sucht nach funktionalen und userfreundlichen Vertriebssystemen für Musik im Internet. Das Software-Unternehmen Shared Media Licensing treibt die Entwicklung innovativ voran: die Filesharing-Software Weed könnte als Modell dienen, User zukünftig an den Umsätzen von kommerziellen Tauschbörsen zu beteiligen.

Das Prinzip ist relativ simpel: Songs, die über die Software Weed getauscht werden, können bis zu dreimal kostenlos via Stream gehört werden. Bei größerem Interesse an einem Song, besteht die Möglichkeit, sich diesen gegen Bezahlung auch herunter zu laden. Bis dahin ein bekanntes System. Neu ist allerdings, dass bei Downloads über das Weed-Netzwerk nicht nur Künstler bzw. die Rechteinhaber finanziell vergütet werden, sondern auch die User: derjenige, der die jeweilige Audiodatei auf seinem Rechner zur Verfügung stellt, wird auch mit 20 Prozent am Erlös des verkauften Songs beteiligt.

Auf diesem Wege könnte eine sinnvolle Promotion-Plattform entstehen, die sich von den bekannten Tauschbörsen in einem Punkt grundlegend unterscheidet: im Falle von Weed wäre es für die User nicht nur ideell, sondern auch finanziell reizvoll, ihre Songsammlung mit anderen zu teilen.

Inwieweit sich ein solches System auch in der Praxis umsetzen lässt, bleibt abzuwarten. Dem Weed-Modell liegt aber ein interessanter Gedanke zugrunde: die klassische Vorstellung von der Musikindustrie auf der einen und dem Musikkonsumenten auf der anderen Seite ist längst passe. (js)

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