Neue Playstation: „Wie der Walkman in den 80ern…“

Sonys tragbarer Alleskönner will den Markt umkrempeln
Die neue Playstation – auch „PSP“ (kurz für „Playstation Portable“) genannt – soll „der Walkman des 21. Jahrhunderts“ werden. Das zumindest schwebt der Leitung des Sony-Konzerns anlässlich ihrer Markteinführung vor. Ob sich die PSP tatsächlich auch als MP3-Player bewähren wird, bleibt abzuwarten.

Fest steht, dass Sony mit der PSP nun auch in der von Nintendo mit dem Gameboy dominierten Sparte der tragbaren Konsolen mitmischen will. Doch nicht nur Spiele-Fans sollen auf ihre Rechnung kommen, das Zauberwort heißt ?Multimedia?: MP3-Player, Videogames und Filme ? das alles soll in einer praktischen Handheld-Konsole für die Hosentasche geboten werden. Allerdings, das wissen auch die Marketing-Verantwortlichen bei Sony, scheiterten innerhalb der Branche bislang alle Bemühungen, Konsolen als Multimedia-Tools zu verkaufen.

Was die Musik anbelangt, meinte Thomas Ernst, Geschäftsführer von Sony Computer Entertainment Österreich, in einem Interview mit der Musikzeitschrift The Gap neulich: ?Die PSP muss ein Benchmark werden wie der Walkman in den 80ern?. Ja, aber wie? Ken Kuturagi, Präsident von Sony Computer Entertainment, ging noch weiter und sprach gar vom ?Walkman des 21. Jahrhunderts?. Problematisch ist dabei zunächst, dass mit dem gleichen Slogan auch das im Herbst erscheinende neue Mobile-Phone W8001 beworben wird. Fragt sich, ob der durchschnittliche Konsument wirklich zwei ?Walkmen des 21. Jahrhunderts? braucht bzw. was die Konsole mehr kann als das Handy.

Beides habe unterschiedliche Zielgruppen, werde daher auch getrennt voneinander beworben und beides werde sich etablieren, meinte Thomas Ernst dazu lapidar im angesprochenen Interview.

Bleibt die Zielgruppe der Filmliebhaber: Dank UMD-Technologie eignet sich die PSP auch als Filmabspielstation. Bis Weihnachten wollen Sony und Tristar gemeinsam rund 50 bis 60 Filme anbieten. Angesichts der Tatsache, dass der Erfolg dieser wie jeder anderen Konsole wesentlich von den angebotenen Inhalten abhängen wird, keine berauschende Zahl.

Der Benchmark kann also zumindest vorerst nicht im Musik- oder Film-, sondern im Game-Sektor liegen. Und dort gilt, um es in die Spieler-Sprache zu fassen: Wenn die so genannte ?Killerapplikation? fehlt, kann der Umstieg kaum schmackhaft gemacht werden (md).

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