Neuer Angriff auf RIAA-Website

Wird hier eine Tradition begründet? Einen Monat nach dem Denial-of-Service-Angriff auf den Onlineauftritt des amerikanischen Musikindustrieverbandes RIAA war die Seite am Mittwoch wieder offline. Nach einem technisch weitaus anspruchsvolleren Angriff musste sie auch inhaltlich überarbeitet werden.

Für ein paar Stunden durften sich Besucher von riaa.com über neue Inhalte freuen oder ärgern. In den RIAA-News war zu lesen, man wäre bereit, zukünftig eine andere Politik zu fahren, was Filesharing angeht. Es lockte eine neue Rubrik namens "Inside The RIAA with Eric Cartman" genauso wie ein Link zu "Adult Entertainment". Weitere Verweise auf der Seite führten direkt zu Musikdownloads und zur Filesharing-Software KaZaa.
Die Seite wurde relativ schnell aus dem Netz genommen, ein Repräsentant des Verbandes teilte mit, dass es Probleme gäbe und der Auftritt in Kürze wieder online wäre. Zu weiteren Kommentaren war die RIAA nicht bereit.
Es wird deutlich, dass die Gegner der RIAA weit mehr drauf haben als poplige Denial-of-Service-Attacken. Der Verband dürfte den Angriff sehr ernst nehmen - und für seinen überschäumenden Humor ist er ja eh nicht bekannt. Die Links zu KaZaa und das Statement "Piracy can be beneficial to the music industry" werden einige ganz schön sauer machen, auch wenn man sich nach wie vor äußerst gelassen gibt und sich nach wie vor im absoluten Recht wähnt.
Ändern werden solche Angriffe nichts, weder an der Filesharing-Situation noch an der Denkweise der RIAA. Und so lustig man auch mit der Seite herumspielen kann: Für einen Angriff dieser Art kann der Verursacher in den USA bis zu fünf Jahre Haft erwarten. (sc)

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