Neuer CD-Kopierschutz erlaubt Kopien

Der Kopierschutzhersteller Macrovision wird in den nächsten Wochen eine neue Version seines Audio-CD-Kopierschutzes vorstellen, die erstmals auch ganz offiziell das Vervielfältigen von CDs erlaubt. Allerdings sind diese Kopien wiederum geschützt.

Macrovision will Musikfans mit der neuen Version des Kopierschutzes mehr Freiheiten einräumen und sich damit ganz offensichtlich für den US-Markt wappnen. Bisher zögerten Plattenfirmen aus Angst vor potentiellen Konsumenten-Sammelklagen, kopiergeschützte CDs in den USA zu verkaufen. Vor zwei Jahren klagte bereits eine Verbraucherin erfolgreich gegen den Kopierschutz auf einer Country-Music-CD.

Macrovisions ?Cactus Data Shield 300?-Kopierschutz (CDS 300) setzt zudem auf Microsofts Windows Media-Audioformat, um CDs auch auf dem PC abspielbar zu machen. Dies bedeutet allerdings auch, dass sich die CDs bisher nur auf Windows-PCs abspielen lassen ? Mac- und Linux-Nutzer bleibt nur übrig, zu hoffen, dass sich ihr Rechner am Kopierschutz vorbeimogelt.

Die kontroverseste Komponente des neuen Kopierschutzes dürfte jedoch ein kleines Programm namens ?Active Software Protection? sein. Diese Software installiert sich bei der Nutzung der CD unter Windows automatisch im Hauptspeicher und deaktiviert danach temporär eine Reihe von CD-Kopierprogrammen. Laut eines Testberichts des Onlinedienstes The Register müssen Nutzer die Installation dieses Programms ausdrücklich bestätigen ? doch wer dies nicht tut, kann auch nicht auf die CD zugreifen.

Ob und in welcher Form CDS 300 in Deutschland eingesetzt werden wird, steht bisher noch in den Sternen. So haben Plattenfirmen hier zu Lande bisher nur wenig Interesse daran gezeigt, überhaupt Kopien zu ermöglichen. Andererseits gibt es derzeit offenbar eine Kehrwende vom Kopierschutz-Absolutismus der vergangenen Jahre. Universal Music Deutschland gab kürzlich bekannt, für Veröffentlichungen seiner nationalen Künstler komplett auf Kopierschutz zu verzichten. (jr)

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