Neuer Streamingservice: Apple Music startet am 30. Juni 2015

Das kann der neue Streamingservice von Apple

Apple hat heute auf seiner Worldwide Developer Conference den neuen Streamingdienst Apple Music vorgestellt. Er vereint mehrere bereits bekannte Features in einer App. 

Apple Music
Apple Music

Die Erwartungen für den Launch von Apple Music waren hoch: revolutioniert Apple das Musikgeschäft? Die Revolution ist ausgeblieben. Was Apple zeigte, kennt man bereits von anderen Diensten, nur nicht in dieser Kombination. 

Apple Music beinhaltet neben iTunes drei neue Komponenten:

1. Streaming und Playlisten: Wie Spotify oder Pandora bietet der neue Streamingdienst diverse Playlisten, die nicht von Algorithmen, sondern von Musikexperten kuratiert werden. Bei der Präsentation zeigte der Apple Music-Chef, dass man wenn man Bruce Springsteen mag, auch die Foo Fighters oder Pharrell Williams mögen sollte. Ob das einen echten Mehrwert für Musikfans darstellt? Wohl kaum. 

2. Connect: Connect ist ein Social Network, in der man News seiner Lieblingskünstler adden kann. Das kann auch unsere Tonspion App längst. Oder Facebook. Oder MySpace. Oder Twitter. 

Apple Music
Apple Music

3. Radiosender Beats1: BBC-Starmoderator Zane Lowe wurde verpflichtet, um mit Beats1 einen globalen Radiosender für Apple Music aufzubauen, bei dem nicht nur die neuesten Hits, sondern auch neue und noch weithin unbekannte Künstler präsentiert werden sollen. Das machen unsere Freunde von Flux.fm und zahllose kompetente Internetradiosender schon ein paar Jahre. Und können das mindestens genauso gut. Wenn nicht besser, weil sie die lokale Musikszene kennen. Und Deutsch sprechen.

Die Preisfrage: Was kostet Apple Music?

Apple Music startet am 30. Juni 2015 in 100 Ländern. Es kostet wie andere Dienste auch 9,99 Euro/Monat und ist für drei Monate kostenlos. Der Radiosender und das Artist Network sind kostenlos für alle Apple-User. Ab Herbst soll Apple Music auch für Windows und Android verfügbar sein.

Apple Music Drake
Apple Music Drake

Drake und Trent Reznor rein, U2 raus

Trent Reznor und Drake waren die Stars der Präsentation, U2 waren diesmal nicht dabei, obwohl sie nach Aussagen von Bono als Berater von Apple engagiert wurden. Doch der Aufruhr nach dem letzten Apple Event im September, als Apple das neue U2 Album ungefragt allen iTunes Nutzern aufnötigte, war wohl noch zu präsent. Auch Dr. Dre (und sein Zögling Eminem) war bei der Präsentation nicht anwesend, obwohl Apple mehrere Milliarden Dollar für seine Firma Beats gezahlt hatte.

Überhaupt blieb die ganze Präsentation im Vergleich zum Launch von Jay Z's Tidal auffällig unauffällig, ja fast bescheiden, wenn man von den inzwischen üblichen Adjektiven wie "revolutionär" absieht. Vielleicht ist Apple klar, dass sie mit ihrem Dienst das Rad nicht neu erfunden, sondern wieder einmal nur eine neue schicke Verpackung kreiert haben.

The Weeknd
The Weeknd

Zum Abschluss präsentierte The Weeknd seine neue Single "I Can't Feel My Face", ein waschechter Hit und der vielleicht aufregendste Teil einer ansonsten eher enttäuschenden Präsentation.

Fazit: Warum Apple Music zum Erfolg wird

Apple Music
Apple Music

Ob Apple mit Apple Music mit den bereits bekannten Komponenten wirklich eine Revolution im Musikgeschäft anzetteln kann? Die anderen Anbieter können das meiste längst auch - und werden nachlegen. Ausgeschlossen ist es trotzdem nicht, denn über 800 Millionen Menschen nutzen bereits iTunes. Und Apple Music muss man sich nicht erst aus dem App Store laden, sondern es wird automatisch auf allen Apple Geräten installiert! Ein riesiger Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Dank bestens vernetzter Mitarbeiter aus der Musikindustrie wie Jimmy Iovine oder Dr. Dre dürfte es zahlreiche Premieren und Exclusives bei Apple Music geben, um viel mehr zahlende Kunden fürs Streamingabo zu gewinnen als bisher. Und darum geht es in erster Linie, denn erst wenn jeder Musikfan auch für ein monatliches Streamingabo bezahlt, lohnt sich Streaming auch für die Musikindustrie und Künstler. Mit rund 15 Millionen zahlenden Nutzern ist Spotify derzeit noch nicht profitabel und schüttet an viele, selbst prominente Künstler bisher lächerliche Summen aus.

Ob das neue Angebot von Apple ausreicht, um bereits bestehende Abonnenten massenhaft zum Wechsel von Spotify, Tidal oder Deezer zu bewegen bleibt abzuwarten. Und schließlich steht auch Google bereits mit Youtube Music Key bereits in den Startlöchern... Fortsetzung folgt.

Apple Music: Apples Angriff auf den Streaming Markt 

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