Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit den Foo Fighters, Clueso, Lena und Tyler. The Creator und dem Buch des Kollegen Tino Hanekamp

„Popschau“ - das ist unser wöchentlicher Blick ins Pop-Feuilleton. Welche Platten haben in der letzten Woche die Schreiber in den großen Redaktionen zu Lobeshymnen oder Schmähkritiken hingerissen? Was ist sonst noch passiert, und wieso verschenkt Clueso sein „Nummer Eins“-Album „An und für sich“?  

Mit den Verwerfungen in der Musikindustrie und wie unterschiedlich Bands damit umgehen, beschäftigen sich diese Woche Bernd Graff in der Süddeutschen und Christoph Dallach auf Spiegel Online. Graff beklagt am Beispiel der Veröffentlichung des neuen Foo Fighters Albums „Wasting Light“ die Absurdität des Ziehens von Ländergrenzen im Internet: „Wie können die Lizenzinhaber der "Wasting Light"-Stücke so naiv sein, die Verbreitung der längst um den Globus kreisenden Songs durch Youtube unterbinden zu wollen - und zwar nach unterschiedlichen nationalen Kriterien? Gäbe es so etwas wie einen "Un-Satz des Jahrzehnts", so wie es ein Un-Wort des Jahres gibt, dann ist 'This video is not available in your country' einer der heißesten Kandidaten auf diesen Titel.“

Dallach sieht hingegen in Cluesos Aktion „wer seine Eintrittskarte auf der Webseite Clueso.de kaufte, bekam zum Ticket das neue Clueso-Album obendrauf, als Bonus. Genauer gesagt: als Download Code.“ einen auch für andere Künstler gangbaren Weg, mit ihrer Musik Geld zu verdienen: „Mindestens 150.000 mal soll sich diese Ticket-Album-Kombination über Cluesos Webseite verkauft haben, heißt es. Eine eindrucksvolle Zahl, die die Mitverdiener, also Konzertveranstalter und Plattenfirma, nicht glücklich machen dürfte.“

„Goblin“, das Debüt von Tyler. The Creator war diese Woche auch im Feuilleton ein Thema. Heiko Behr bezeichnet auf Zeit online das Album als „kontextlos ein abweisender, feindlicher Klotz, erst eingebettet in die künstlerisch ausgedorrte Situation des Genres Hip-Hop ergibt das alles einen Sinn.“ Tyler The Creators Punk-Gestus würde das Album zu einem der herausragenden Alben des Jahres machen und „Goblin“ wäre „die Insulinspritze ins Herz, die Hip-Hop dringend benötigt.“. Einen Download aus dem Werk haben wir hier.

Übrigens: Am Wochenende findet unter Hilfe von Lena das Projekt „Titelverteidigung“ statt. Eurovision-Experte Jan Feddersen beklagt in der Taz schon einmal vorab, dass der ESC damit endgültig zum Mainstreamereignis inklusive „Rudelkucken“ geworden ist: „Aller Charme des Unmöglichen, des Uncoolen ist flöten gegangen. ESC goes Pop, oder wie es Thomas Schreiber, Unterhaltungschef der ARD und Kopf des ESC in Düsseldorf, sagt: der Eurovision Song Contest drückt die nationalen Popkulturen aus - und keine Nischenästhetik mehr. Man möchte hinzuseufzen: Ja, leider.“

Und zum guten Schluss: unser ehemaliger Autor Tino Hanekamp hat ein Buch geschrieben. In "So was von da" (Kiepenheuer & Witsch) erzählt der Betreiber des Hamburger Clubs "Uebel und Gefährlich" Geschichten aus dem notorisch verkaterten Nachtleben. Die Zeit meint, man könne dem Autor zwar einige "schief in die Sätze gehängten Bilder" oder die "aufgeplusterte Bedeutsamkeit mancher Zeilen" vorwerfen, hält es aber dennoch für ein durchaus empfehlenswertes Buch: "Also wird gesoffen, geraucht, getanzt, geknutscht, gevögelt und geredetredetredet (...). Aus solchen Zutaten entsteht selten große Literatur. In diesem Fall immerhin gelungene Unterhaltungsprosa."

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