Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit Blondie, Snoop Doog, Suede und Wu Lyf - Luzifers Jugendstiftung

Blondie veröffentlichen nach acht Jahren Pause ein neues Album, Snoop Dogg tritt in Berlin mit zwei Stunden Verspätung auf, Suede erfahren endlich die Wertschätzung, die sie verdient haben, und dann sind da noch Wu Lyf und die Frage nach dem Marketing – So war die Woche im Feuilleton.

Der Rollator von Blondie

„Panic Of Girls“ heißt das neue Album von Blondie. Debbie Harry ist inzwischen 66 Jahre alt, fühlt sich aber, wie sie im Interview mit Dagmar Leischow von der Taz offenbarte, immer noch jung genug, um gute Songs zu schreiben: „Für mich wäre es Folter, wenn Blondie nur auf der Stelle treten würde. Wir sind ja keine Oldie-Band“. Genau das wirft Andreas Borcholte auf SPON aber dem neuen Album vor: „Der Grund, warum man diese Platte nur hassen kann: "Wipe Off My Sweat" ist eine fiese, auf großstädtische Sommerstrände schielende Latino-Dance-Nummer, die Jennifer Lopez immerhin mit Würde und Hüftschwung getragen hätte. Blondie evozieren da leider nur Rentner, die nachmittags im Ferienresort träge über die Dielen foxtrotten, alle Rollatoren ordentlich am Rand aufgereiht“. Das sitzt!

Der nette Snoop von nebenan

Zum Lifestyle eines richtigen Rappers gehören zwingend nicht eingehaltene Releasetermine und Konzerte, die mit satter Verspätung beginnen. Da machte Snoop Dogg bei seinem Auftritt in Berlin keine Ausnahme, blieb aber sonst ziemlich blass, wie Andreas Hartmann in der Taz feststellt: „Aber von einer Ikone des HipHop, von einem personifizierten Klischee des Macho-Rappers und Hauptvertreters des sogenannten Bling Bling, hätte man sich dann doch ein wenig mehr Größenwahn oder einfach nur eine protzigere Show erwartet“. Für Markus Schneider von der Berliner Zeitung ist Snoop inzwischen eh Entertainment für die ganze Familie und der Schlacks aus L.A. demnach: „nicht nur einer der größten, charismatischsten Rapper, (...) sondern vermutlich auch der netteste.“ Demnach steht das „G“ in G-Funk wohl doch für „Ganz nett“.

Bier trinkende Bengel

Volker Schmidt spürt in der Zeit dem Phänomen Wu Lyf nach, kann sich aber auch nicht so recht entscheiden, ob der Hype nun berechtigt ist, oder man einer geschickt inszenierten Marketingkampagnen aufgesessen ist: „Was bleibt? Intelligent geschweißte Heavy-Pop-Artefakte aus einer öligen Garage mit Kirchenfenster. Ein paar Musiker, gerade dem Teenage entwachsen, die von großen Dingen raunen – doch es sind, wie eine Konzertbesucherin (…) sagte, 'auch nur Bengel, die gerne Bier trinken'. Immerhin mit verdammt guten Marketingideen“.

Suede im Rausch

Jörg Böckern freut sich auf SPON über Suedes „rauschhaftes zweites Leben“ und erinnert daran, dass Brett Anderson, Bernard Butler und Co. einigen als Wegbereiter für Oasis und Blur gelten: „Der im Glamrock verwurzelte Erstling 'Suede' war 1993 das am schnellsten verkaufte Debüt-Album der britischen Geschichte und wurde mit dem Mercury-Preis als bestes Album ausgezeichnet. Musiktheoretiker sahen in Suede die Wegbereiter des Britpop - die Band, die den ungleich größeren Erfolg von Blur und Oasis erst möglich gemacht hatte“. Spätestens beim Berlin Festival im September kann man sich davon überzeugen...

 

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