Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit Superheavy, Marteria, Kompakt und dem Berlin Festival

Willkommen zur Tonspion Popschau, trotz Festivalwochenende haben wir uns wieder mit dem Textmarker durchs Feuilleton gewühlt und tolle Kostüme auf dem Berlin Festival entdeckt; erfahren, dass Marteria der Heilsbringer des Rap ist, Mick Jaggers Supergroup Superheavy sich wie eine Schülerband anhört, und Kompakt für „maßlose Stilsicherheit“ steht.

Kostümball

Jens Balzer von der Berliner Zeitung war beim Berlin Festival und freute sich über die „für alle Generationen gleichermaßen interessanten vielen tollen Tier-, Troll- und Transenkostüme“. Musikalisch gehörte für ihn der Auftritt von Casper zum Highlight des Festivals, weil er „keine fünf Minuten brauchte, um die tausenden von Hörern vor ihm (…) zum Herauf- und Herunterspringen mit gerecktem Mittelfinger zu bringen. Gefühl und Härte, Klugheit und Stumpfsinn befanden sich bei Casper in glanzvoller Mischung“. Wenn das wirklich alles gewesen sein soll, was vom diesjährigen Festival blieb, sollte Herr Balzer vielleicht im nächsten Jahr Zuhause bleiben.

Superschüler

Alexa Hennig von Lange, Popautorin außer Dienst, hat sich für die FAZ mit Mick Jaggers neuer Band Superheavy auseinandergesetzt und konstatiert: „Heutzutage eine Combo allen Ernstes Superheavy zu nennen lässt auf einen gewissen Rückzug in die altersbedingte, regressive Phase schließen“. Um im weiteren dann richtig auszuteilen: „Der Clip erweckt den Eindruck, als hätte sich für fünf Siebzehnjährige ein Lebenstraum erfüllt, weil sie beim Schülerband-Contest den ersten Platz belegt haben und nun zur Belohnung nach Herzenslust im Tonstudio sämtliche Instrumente ausprobieren dürfen.“ Autsch!

Schwanzvergleich

Marteria - den seit letzter Woche auch jeder Bild-Leser kennen dürfte, kaute ihm doch eine Rennfahrerfrau im wahrsten Sinne des Wortes ein Ohr ab - wird von Marc Felix Serrao in der Süddeutschen zum „besten (erklärt), was dem deutschen Rap passieren konnte“. Wir dachten, das wäre Casper? Schnelllebig, diese Zeiten, eins kann man allerdings unterschreiben: „(Marteria) beherrscht die dreckige Battle-Tonlage genauso wie das, was man massentauglich nennt. Und er begeht nicht den Fehler, im Sinne medial verwurstbarer Schubladen, das eine über das andere zu stellen: 'Ich werde einen Teufel tun und sagen, dass ich nie so war. Wenn du im Hip-Hop anfängst, geht es am Anfang nur darum: Wer ist besser? Wer hat den dickeren Schwanz?'“

Total kompakt

Matthias Schönebäumer hat sich für die Zeit durch die neue Kompakt Total 12 gehört und festgestellt, dass bei den Kölner das Motto „Weniger ist mehr“ gilt: „Selten klang der Sound des Labels wieder so nah dran an dem, was Kompakt Mitte der Neunziger zum wichtigsten Label für elektronische Tanzmusik machte. Großflächig atmosphärischer Ambient Techno mit genug Pop-Schub und Hitze für die Nacht.“ Da unterschreiben wir mit einem Hinweis auf unser Kompakt-Labelprofil


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Zum Glück in die Zukunft 2

Marteria - Zum Glück in die Zukunft 2

Glück gefunden
„Zum Glück in die Zukunft II“ - Mehr als ein Sequel ist Marteria für den Nachfolger zu „ZGIDZ“ nicht eingefallen? Weit gefehlt, erst auf „ZGIDZII“ kommt zum Abschluss, was Marteria auf dem letzten Album begonnen hat. Aus einem Sequel wird so ein Double-Feature, bei dem der zweite Teil ausnahmsweise besser ist.

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