Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit Feist, Wilco, Modeselektor, DJ Shadow und Rihanna

Es wird Herbst, und damit werden mehr Alben veröffentlicht, die das Feuilleton zu Hymnen hinreißen. Das bestätigt die Tonspion Popschau einer Woche, in der Wilco, Feist, Modeselektor und DJ Shadow neue Alben veröffentlicht haben. Aus dem Rahmen dieser Zusammenstellung fällt Rihanna, aber nicht nur dort...

Das letzte große Rockalbum

Wilco veröffentlichen dieser Tage ihr achtes Album „The Whole Love“ und stoßen damit (wieder einmal) die Diskussion um das letzte große Rockalbum an. Dazu Edo Reents in der FAZ stellvertretend: „Es gehört zu den Paradoxa der Popgeschichte, dass für den Status eines letzten Rockalbums eigentlich nur noch das in Frage kommt, das gar keine Rockmusik mehr ist. Indem man Abschied vom alten Genre nimmt, begrüßt man das neue. Wohl keine andere Band zwang im vergangenen Jahrzehnt zu solchen Überlegungen wie Wilco.“

Kein Hit für Facebook

„Metals“ heißt das neue Album von Feist, es ist ihr viertes und straft laut Thomas Bämthaler von der Süddeutschen Zeitung „all jene Lügen, die in ihr nur das neue Pin-up-Girl der Generation iPod sahen“. Bämthaler findet unter den zwölf Songs dann auch „keinen Hit für Mark Zuckerberg (…) mit dem er sein neues Facebook bewerben kann.“

60.000 rpm

DJ Shadow konnte sich für die Produktion sein viertes Album „The Less You Know, The Better“ wieder auf seine mehr als 60.000 Platten umfassende Sammlung verlassen. Und ist erneut dabei gescheitert, an „Endtroducing“ anzuknüpfen: „Doch während auf seinem Debüt aus den Einzelteilen ein organisches Ganzes entstand, ist das bei 'The Less You Know, The Better' nicht der Fall. Vielmehr gewinnt man den Eindruck, dass es vor allem um das Ausstellen von Stilvielfalt geht – als wolle DJ Shadow mit den Schätzen seiner 60.000 Schallplatten umfassenden Sammlung angeben.“ Mehrfach fällt in diesem Zusammenhang in Daniel Grinsteds Review für die Zeit das Wort „langweilig“, ein Attribut, das auch schon für die letzten beiden DJ Shadow Alben galt.

Verpeilt in Berlin

„Monkeytown“ heißt die neue Platte von Modeselektor, denen Heiko Zwirner von der Berliner Zeitung attestiert, sich wohltuend vom sonst gerne als „Sound of Berlin“ rezipierten Techno-Einerlei abzusetzen: „Während sich zahlreiche Berliner Elektronikproduzenten darauf spezialisierten, an Klangkaskaden herumzufeilen, die sich am besten als rhythmische Begleitung zum Torkeln und Taumeln in Zuständen äußerster Berauscht- und Verpeiltheit eignen, machen Modeselektor Musik, zu der man sich so richtig schön austoben kann, die dabei aber nicht auf eine totale Reizüberflutung angelegt ist, sondern durchaus sparsam mit ihren Mitteln umzugehen weiß.“

Das Unausweichliche akzeptieren

Alexa Hennig von Lange setzt sich für die FAZ mit Rihanna auseinander, die scheinbar „keine klar definierte Rolle, kein Klischee verkörpern (will), sondern sich überraschenderweise ursprünglich, wertfrei und unschuldig all jenen Abgründen näher(t), aus denen unsere Pop-Welt nun einmal zu bestehen scheint: Latex. Harter Lesbensex. S&M-Praktiken. Selbstjustiz. Gewalt. Lüge und Betrug“. Bei Rihanna gäbe es „keinen Widerstand, keine Rebellion“, stattdessen: „Friede entsteht eben nicht in der Frontenbildung, im Aufbegehren, sondern in der Akzeptanz des Unausweichlichen.“ Offenbar das Erfolgsrezept um alle Rekorde zu brechen und fast so erfolgreich wie die Beatles zu werden.

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