Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit Lana del Rey, der EMI, dem Ende der CD und gewieften Sponsoren

„Business. Always Business.“ - Steigende Plattenverkäufe, Bands, die sich von Sponsoren einspannen lassen, das Ende von EMI und CD, die Inszenierung von Lana del Rey – Tonspion Florian Schneider kommt das Pop-Feuilleton der zurückliegenden Woche vor wie der Wirtschaftsteil der FAZ.

Lanas Lippen

Lana del Rey gab diese Woche zwei ausverkaufte Konzerte. In Köln und Berlin durfte eine handverlesene Schar den Hype der Stunde livehaftig in Augenschein nehmen. Eva Behrendt von der Taz sah dabei „die Zukunft des Pop (…) Mit den Waffen der Vergangenheit“. Carmen Böker von der Berliner Zeitung sah ein „Kind zu vieler Schulen, aber jede dieser Schulen hat dasselbe auf dem Altar stehen: den Hollywood-Schriftzug“. Es herrscht ergriffene Einigkeit, Hinweise auf die Steuerung des Kunstgeschöpfs Lana De Rey durch Produzenten wie Guy Chambers wirken wie lästige Journalistenpflicht; man hängt gemeinsam an den wahlweise „aufgespritzten“ oder „überspritzten“ Lippen.

Ausverkauf

Marken sind die neuen Popstars und bedienen sich für ihre Inszenierung ausgiebig im Fundus von bekannten und weniger bekannten Bands, denn: „Gegen Ausverkausfvorwürfe muss sich heute kein Musiker mehr wehren“, stellt Nadine Lange in der Zeit fest. Der Effekt: Popmusik tut nicht mehr so als wäre sie dagegen: „Sie ist das zentrale Medium der konsumorientierten Mainstreamkultur geworden.“

Ich + Ich

Dazu passend wurde diese Woche eine Studie über den Inhalt von Songtexten veröffentlicht. Das Ergebnis hat Tomasz Kurianowicz (Zeit) zusammengefasst: „Das Wir-Gefühl der achtziger Jahre sei einer selbstverliebten, eogmanischen und schimpfwütigen Ich-Kultur gewichen“, es dreht sich alles „um das selbstverliebte Ich“. Musikalisch herunter gebrochen: Früher war mehr „Let's celebrate and have a good time“, heute geht’s um „It's personal, myself and I“.

Das Ende der CD

Kommen wir zum Wirtschaftsteil: Jens Balzer bedauert in der Berliner Zeitung die Zerschlagung der EMI: „Mit den Abbey Road Studios (ist es), wie es mit den Tonträgerfirmen im Ganzen ist: Die letzte Gnadenfrist, die sie noch besitzen, verdanken sie der Nostalgie“. Die Süddeutsche verkündet dagegen, dass „in den USA die Verkaufszahlen von Musikalben zum ersten mal seit 2004 wieder gestiegen sind“. Die Eltern des „Aufschwungs“: Lady Gaga, Adele und Lil' Wayne. Irgendwie will dazu nicht die Meldung des Side Line Music Magazine passen, dass die Majorlabel für 2012 das Ende der CD planen. Was die Industrie dazu sagt? „Kein Kommentar“. Unser Kommentar: kauft mehr Musik, ob auf Vinyl, CD oder Download spielt keine Rolle.

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