Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit Lana Del Rey, Leonard Cohen, Frank Spilker und dem Clubsterben in Berlin

Für Tonspion hat Florian Schneider wieder die Feuilletons der Woche geblättert. Dabei wurde er Zeuge der Demontage Lana del Reys, erfährt Neues über Leonard Cohen und Drogen, und freut sich über Frank Spilkers entspannten Umgang mit 20 Jahren Die Sterne. Derweil schließen in Berlin die Clubs...

Konservenschlager

Heute erscheint Lana Del Reys Album, die Luft aus dem Hype ist raus. Wer Ende letzten Jahres noch an Elizabeth Grants Lippen hing, sieht auf Albumlänge „das Phänomen Lana Del Rey auf Normalmaß (schrumpfen)", wie Frank Sawatzki in der Zeit. „Bleiben zwei große Songs, vorerst“! Zumindest solange bis Jens-Christian Rabe in der SZ Vergleiche mit „der deutschen Konservenschlager-Königin Helen Fischer“ anstellt und Lana del Rey als „erzkonservative Männerphantasie“ entlarvt, „die soweit sediert wurde, dass sie ihrem Mann nicht mehr gefährlich werden kann“.
Interessant in diesem Zusammenhang auch die Frage, die der englische Blog welistenforyou aufwirft: Wieso zwei der größten US-amerikanischen Musikseiten das Thema Lana Del Rey mehr als doppelt so viele Meldungen wert war, wie ihr jeweiliges Album des Jahres 2011.

Exit Strategie

Leonard Cohen ist diese Woche mit einigen „Old Ideas“ auf CD erschienen. Rüdiger Schaper vom Tagesspiegel sieht in ihr „keine Cohen-Einstiegsdroge, sondern auf längere Sicht ein Aussteigsszenario“. Wer uns schreibt, ob für ihn Cohens neues Album auch eine „Exit Strategie“ ist, oder viel mehr bedeutet, der kann mit ein bisschen Glück eins von drei Exemplaren des neuen Cohen-Albums bei uns gewinnen. „Old Ideas“ streamen und seine eigene Review als Kommentar hinterlassen, kann man hier: http://www.tonspion.de/neues/neueste/2366348

Zumutungen

In der Zeit spricht Frank Spilker über 20 Jahre Die Sterne, seinen ersten Roman und warum die Band zum Jubiläum die EP „Für Anfänger“ mit fünf alten Songs und zwei Coverversionen veröffentlicht hat: „Jemandem., der vielleicht „Life in Quiz“ vom letzten Album toll findet, dann zum Konzert kommt und sich fragt: Was machen die ganzen alten Leute hier, und was spielt die Band da für Kram, das kenne ich alles nicht – so jemandem kann man nicht zumuten, neun Alben nachzukaufen.“ Aber „Posen“ zumindest schon!

Raus aus Mitte

In Berlin sterben die Clubs – das war nicht nur Thema einer Podiumsdiskussion, Johannes Schneider feiert in seinem Kommentar für den Tagesspiegel dazu schon eine Zukunft, in der „Die Peripherie das neue Zentrum (ist). Prenzlau statt Prenzlauer Berg!“ Er sieht Berlin auf Londoner Verhältnisse zusteuern, in denen „Berlin indes befreit aufatmet und fortan so leer und leise sein darf wie Londons Innenstadtbezirke“. Reine Panikmache? Zumindest Wasser auf die Mühlen derer, die wie Kraftklub „das Leben in der Provinz als gloriose Alternative feiern“ wollen.

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