Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit Paul Kalkbrenner, den Arctic Monkeys, neuen Geschäftsmodellen und Angela Merkel

Geradezu staatstragend geraten die Beiträge des Popfeuillton diese Woche. Während Paul Kalkbrenner seinen Techno für den „tragenden Teil der Gesellschaft“ bei zwei ausverkauften Konzerte in der Wuhlheide an Mann und Frau brachte, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel verraten, was sie privat hört. Die Arctic Monkeys veröffentlichen derweil ihr viertes Album und die Kaiser Chiefs suchen verzweifelt nach Aufmerksamkeit.

Kalkbrenner für alle

Zwei Abende hintereinander hat Paul Kalkbrenner in der Berliner Wuhlheide sein neues Album „Icke wieder“ live vorgestellt. Dass unter mehr als 34.000 Besuchern nicht nur gestandene Raver zu finden sind, versteht sich von selbst. Gerrit Bartels vom Tagesspiegel ist trotzdem einigermaßen irrtiert, dass „das Publikum nach zwei Dritteln der Show, als Kalkbrenner einmal kurz hinter der Bühne verschnauft, bei seiner Wiederkehr und den ersten Takten rhythmisch mitklatscht – wie bei „Wetten, dass ..?“, wie in einer Volksmusiksendung.“ Vielleicht sollte Bartels einfach öfter zu Konzerten gehen, dass euphorisch mitgeklatscht wird soll dabei bisweilen vorkommen.

Dschingis Merkel

Was wissen wir eigentlich über Angela Merkel? Offenbar so wenig, dass SpOn sie dieses Woche schon auf einem Foto aus dem Weißen Haus übersehen hat. Gut, dass es anlässlich der CDU-Medianight eine Presseerklärung gab, die sich Jens Balzer von der Berliner Zeitung die Mühe machte zu lesen. Darin offenbart Angela Merkel nämlich, dass sie gerne Musik von Leslie Mandoki hört, der seine größten Hits mit Dschingis Khan hatte. O-Ton der Kanzlerin: „Da hört man gerne zu und ist auch voll dabei“. Hu! Ha!

Lyrische Monkeys

Die Arctic Monkeys haben mit „Suck It & See“ ihr viertes Album veröffentlicht. An Sänger Alex Turners „lyrischer Liebeswerbung“, die mehr von Kräuterlimonade als Exzess handelt, berauscht sich Jan Wiele in der FAZ: „Was die Sprachbilder für dichterische Komplimente angeht, steht Turner jedoch für durchaus jugendliche, zeitgebundene Einfälle, die sich vom Schönheitskatalog der höfischen Dichtung weit entfernt haben - es wäre ja auch langweilig, wenn es heute immer noch um rosenrote Lippen und blütenweiße Zähne ginge.“ In der Tat wäre das langweilig, Herr Wiele!

Problematische Kaiser Chiefs

Keine Woche ohne neues Geschäftsmodell im Musik-Business. In der vergangenen Woche haben diesen Job die Kaiser Chiefs übernommen. Auf der Website der Band können sich Fans aus 20 Songs ihr Album zusammenstellen und im besten Falle daran auch noch etwas verdienen. Allerdings scheinen die Kaiser Chiefs ihrem eigenen Geschäftsmodell nicht so recht zu trauen, das Album wird bereits am 1. Juli physisch veröffentlicht. Nicht das einzige Problem, dass Christoph Dallach (Spon) im Fall der Kaiser Chiefs ausgemacht hat: „Dazu kommt das Problem, dass die Knaben aus Leeds noch nie ein wirklich gutes Album zu bieten hatten. Denn letztlich waren die Meister schwungvoller Mitgröl-Hits wie "I Predict A Riot" oder "Ruby" immer nur eine tolle Single-Band.“

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