Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit Michael Jackson, Mick Jagger, Scooter, der c/o pop und "Onkelz" im Theater

Die Popkultur steckt voller Widersprüche - ein Blick ins Feuilleton der letzten Woche genügt, um sich die Gültigkeit dieses Satzes vor Augen zu führen. Da wirden unter anderem das „Stadium Techno Inferno“ von Scooter besprochen, über Mick Jaggers neue Band sinniert oder ein Theaterstück über die Böhsen Onkelz diskutiert.

Hans Peters Inferno

Jan Kedves von der Süddeutschen war im Hamburger Volksparkstadion beim „Stadium Techno Inferno“ mit Scooter. Wenig überraschend weist er auf die naheliegende Verbindung zwischen Scooter auf der einen Seite und den Atzen und Lady Gaga auf der anderen Seite hin. Hier wie da basiere diese Musik auf „einer Mischung aus Breitbeinrock und Nasenblutentechno“. Neben viel Spott zeigt Kedves auch ein kleines bisschen Hochachtung vor der textsicheren Performance der Nonsensetexte von H.P. Baxxter, und nennt ihn anerkennend „das Mensch gewordene "Yeeeaaah!“.

Micks Supergroup

Mick Jagger möchte gerne „SuperHeavy“ sein und sichert sich für seine neue Band gleichen Namens die Unterstützung von Dave Stewart, Joss Stone und Damian Marley. Im September soll das erste Album der Band erscheinen, und Gerrit Bartels von der Zeit fragt sich nicht nur, „Wieso Mick Jagger erst jetzt seine eigene Supergroup gegründet hat?“, er weiß auch, wieso das Album zwingend im Sommer erscheinen muss: „(dann) bevölkern die alten Pop- und Rockhelden die Freiluftbühnen der Republik. Jeder Sommer ist inzwischen ein Klassikrocksommer. Auf dass wirklich keiner auf den Gedanken komme, dass die Welt diese Jaggersche Superband gar nicht braucht“.

Plaudern mit den Onkelz

Im HAU-Theater in Berlin feierte in der letzten Woche ein Theaterstück mit dem Titel „Onkelz“ seine Premiere. Die Reaktionen auf das von Tamer Yigit und Branka Prlic inszenierte Stück fallen widersprüchlich aus: Dirk Pilz findet in der Berliner Zeitung, das Stück wäre eine „mit allerlei Schimpf- und Schmähreden aufgeputschte Plauderei“, die am Ende nicht viel mehr zu bieten hat als die Erkenntnis, „dass sich die Welt und die Musik nicht nach rechten und linken Lagern aufteilen lässt“. Peter Laudenbach in der Süddeutschen findet dagegen, dass „Onkelz“ genau die richtigen Fragen stellt, nämlich „nach den Grenzen zwischen Ethik und Ästhetik“ und Patrick Wildermann im Tagesspiegel ergänzt: „Am Ende des Abends ist man vielleicht nicht klüger, aber doch konfrontiert mit dem Gedanken, was es bedeutet, sich zu verändern ohne die Vergangenheit zu leugnen“. Das ist unterm Strich vielleicht ein bisschen wenig...

Versöhnung auf der c/o pop

Markus Schneider muss in der Berliner Zeitung zerknirscht zugeben, dass es der c/o pop gelungen ist, die Popkomm endgültig vergessen zu machen, und stellt fest, dass sich „die versammelte Musikbranche nach Jahren des Streits und des Haders befriedet und versöhnt (gab)“. Sein persönliches musikalisches Highlight des Festivals: Janelle Monaes Auftritt im Tanzbrunnen: „Wie in einer von Sun Ra organisierten James-Brown-Revue tobte sie mit ihren verhüllten und instrumentierten Musikern und Tänzern über die Bühne!“

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