OECD kritisiert Musikindustrie

Kein Zusammenhang zwischen Tauschbörsen und Umsatzrückgängen
Ein generelles Verbot von Filesharing macht keinen Sinn. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer neuen Studie zum Online-Musikgeschäft. Stattdessen empfehlen die Wissenschaftler der Musikbranche mehr Kreativität im Online-Zeitalter.

Der anhaltende Umsatzeinbruch der Musikbranche ist nach Ansicht von Dr. Sacha Wunsch-Vincent nicht auf Tauschbörsen zurückzuführen, sondern auf mehr Unterhaltungsangebote auf dem Markt. Zwar gebe es bereits über 1 Million Tracks auf 230 Internetangeboten, doch die Beschränkungen durch hohe Preise einerseits und Interoperabilität einiger Datenformate andererseits machten den Download noch nicht so interessant für die Endverbraucher. So wurde in der Studie beispielsweise nachgewiesen, dass nach Preissenkungen für Musik auch weniger illegale Downloads zu verzeichnen waren. Das hatte die Musikindustrie bisher eher auf ihre Klagewellen zurückgeführt.

Legale Tauschbörsen könnten nach Ansicht der Analysten der effektivste Vertriebsweg für Musik im Internetzeitalter sein.
Die OECD empfiehlt außerdem die Interessen aller Beteiligter, Musikhörer, Künstler und Musikbranche, maßvoll auszubalancieren, statt nur die eigenen Interessen zu verfolgen. Insbesondere die Künstler müssten vom Downloadgeschäft mehr profitieren, da die Labels beim Onlinevertrieb weniger Kosten tragen müssten. Proprietäre Lösungen, also nicht kompatible Audioformate seien zudem langfristig nicht gut fürs Geschäft, da mit mehr Nutzungsbeschränkungen weniger Kunden erreicht werden können.

Musik-Piraterie wollen aber auch die Experten OECD nicht gut heißen. Sie loben ausdrücklich eine Zusammenarbeit zwischen der französischen Musikindustrie mit einigen Providern. Die Provider hatten sich bereit erklärt, ihre Kunden vor illegalen Downloads und den möglichen Konsequenzen zu warnen. (ur)

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