Online-Musikmarkt wächst langsamer

In den letzten Jahren haben sich Analysten förmlich mit ihren Prognosen für den Online-Musikmarkt überschlagen. Jetzt werden die Zahlen vorsichtig nach unten korrigiert. So erwartet Jupiter Media Metrix für das Jahr 2006 rund eine Milliarde Dollar weniger Umsatz im Online-Musikbereich.

In am gestrigen Donnerstag veröffentlichten Zahlen gehen die Jupiter-Analysten für 2006 on 5.5. Milliarden Dollar Umsatz mit im Online-Musikbereich aus. Im Sommer diesen Jahres hatten sie noch 6.2 Milliarden prophezeit. Ein Großteil dieser Summe wird laut Jupiter durch Online-CD-Verkäufe eingespielt werden. Pay per Download und Abo-Angebote werden lediglich 1.6 Millarden Dollar in die Kassen spülen, wobei die Abo-Angebote fast zwei Drittel dieser Summe einbringen werden.

Allerdings müssen sich Musicnet, Pressplay & Co. noch eine Weile mit den Krediten ihrer Geldgeber begnügen. 2002 liegen die Einnahmen in diesem Bereich unter der Wahrnehmungsgrenze von 100 Millionen Dollar, erst für 2003 prophezeit Jupiter rund 200 Millionen Dollar Abo-Beiträge.

Wie immer sind solche Prognosen natürlich mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Zu oft lagen die Analysten in der Vergangenheit schon daneben: So prophezeite Jupiter etwa im Mai 1998, dass die Einnahmen durch Downloads und Abos in diesem Jahr bereits 2.8 Milliarden Dollar erreichen würden. Webnoize erwartete Ende 2000 immerhin noch 3 Milliarden Dollar für 2003. Allerdings hatte die Marktforschungsfirma den Markt wohl auch für sich selbst als zu groß eingeschätzt. Im Herbst letzten Jahres musste Webnoize kurzerhand schließen.

Laut Jupiter sah man sich zu der Korrektur vor allen Dingen deshalb gezwungen, weil man den Launch von Musicnet und Pressplay im letzten Sommer erwartet habe. Entgegen anders lautender Ankündigungen starteten die Abo-Angebote der großen Plattenfirmen jedoch erst im Dezember 2001. (jr)

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