Outkast und Beyonce räumen Grammys ab

Wie zu erwarten waren Outkast und Beyonce die großen Gewinner bei den diesjährigen Grammy-Awards. Die von den US-Sittenwächtern streng überwachte und entsprechend langweilige Show bot insgesamt wenige überraschende Momente.

Drei Grammys für Outkast (Bestes Album, Beste "Urban/Alternative Performance", "Best Rap Album") und fünf Grammys für die unvermeidliche Beyonce, so das Fazit der Grammys 2004. Damit reiht sich Beyonce in die Bestenliste der Abräumerinnen der letzten zwei Jahre, Norah Jones und Alicia Keys, die ebenfalls je fünf Trophäen gewannen.
Die Show, die peinlicherweise aus Angst vor Busenentblößungen und Schimpfwörtern um fünf Minuten zeitverzögert ausgestrahlt wurde, stand ganz im Zeichen des albernen Jackson/Timberlake-Promo-Gags. Der hat das Comeback von Janet Jackson nun erstmal so verdorben, dass sie bei den Grammys nicht auftauchte, obwohl die angebliche Ausladung von Seiten der Veranstalter dementiert wurde.

Justin Timberlake wurde das PR-Fiasko mangels anderer weißer, männlicher Superstars (Michael Jackson ist ja bekanntermaßen verhindert), weit weniger zum Verhängnis. Er sahnte immerhin zwei Awards ab, darunter den für "Best Pop Album" und war sich nicht zu schade dafür, nochmal ganz herzallerliebst um Vergebung zu bitten, für die Kränkung seiner Mitmenschen durch die Entblößung der Jackson-Brust während der Eröffnungsfeier der Super-Bowl vor wenigen Tagen.

Weniger Schleim gab`s in den traditionell weniger glamourösen Rubriken. Es wurden insgesamt drei Künstler mit einem Grammy gewürdigt, die im vergangenen Jahr gestorben waren: Johnny Cash, seine Frau June Carter Cash und der Songwriter Warren Zevon.

Die Preise für "Best Rock Song" und "Best Alternative Album" gingen erwartungsgemäß an die White Stripes, die außerdem bei der Verleihungszeremonie auch live performten.

In der Kategorie 74, "Best Spoken Word Album for Children" dann ein paar alte Bekannte: Bill Clinton, Michail Gorbatschow & Sophia Loren hatten im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Dirigenten Kent Nagano "Peter und der Wolf" von Tschaikowsky aufgenommen und betätigten sich darin als Erzähler.

Die Neptunes erhielten den Award als "Best Producer" und Radiohead gewannen immerhin indirekt einen Grammy: ihre Producer Nigel Godrich & Darrel Thorp wurden als "Best Engineer" ausgezeichnet.

Eröffnet wurde die Grammy-Show von einem, der zwar schon lange keinen Grammy mehr gewonnen hat, aber bald ins Alter für die Lifetime-Award-Abteilung kommen dürfte: Prince performte seine 80er-Hymne "Purple Rain" und duettierte mit Grammy-Abräumerin Beyonce Knowles.

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