P2P-Nutzung bricht alle Rekorde

Klagen der Musikindustrie bleiben wirkungslos

Ein Ziel, das die Musikindustrie mit der Klagewelle gegen Filesharer verfolgt, ist es ohne Zweifel, durch die Medienberichte eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Vor allem die Jugend soll davon abgehalten werden, illegale Tauschbörsen zu nutzen. Was aber, wenn sich die Medien einfach nicht mehr für das Vorgehen der Industrie interessieren?

In den vergangenen Wochen schafften es die Nachrichten von den monatlich neuen RIAA-Klagen kaum noch in die meinungsführenden Medien der USA, geschweige denn, dass sie große Schlagzeilen gemacht hätten. Mit der "USA Today" wendet sich nun auch noch eine der größten US-Tageszeitungen gegen den Verband. "Gerichtsverfahren schrecken Filesharer nicht ab" lautete die jüngste Headline. Dazu präsentierte das Blatt die aktuellste Statistik der Marktforschungsfirma ?BigChampagne?, die die deutsche MusikWoche bereits vorab in Heft 36 druckte.

Durchschnittlich rund 9,6 Mio. Filesharer seien im August weltweit zu jedem beliebigen Zeitpunkt mit ihren P2P-Clients aktiv gewesen, heißt es dort. Im Vergleich dazu waren es noch im Vorjahr im August 2004 nur 6,8 Mio gewesen. Alarmierende Zahlen, und das trotz all der Klagen.

Damit nicht genug tat BigChampagne-Chef Eric Garland seine Meinung zu dieser Entwicklung auch noch öffentlich kund: ?Der Abschreckungsplan der Musikindustrie geht nicht auf. Filesharing war nie so beliebt wie heute. Die Leute haben inzwischen alle Mahnungen und juristischen Drohungen vernommen. Aber das reicht nicht, die Leute sind davon nicht eingeschüchtert?, meinte er. Faktum ist, dass weder der Schuldspruch gegen KaZaA in Australien noch das Urteil des US Supreme Court gegen Grokster und Morpheus das Nutzeraufkommen in P2P-Netzen entscheidend verringern konnten.

Indessen ist der US-Branchenverband RIAA nach wie vor von der abschreckenden Wirkung seiner Strategie überzeugt. Mehr als 14.000 Einzelklagen stehen mittlerweile zu Buche. Worauf sich dieses Vertrauen in das eigene Handeln allerdings stützt, ist angesichts der aktuellen Zahlen allerdings fraglich. (md)

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