Patrick Wolf entschuldigt sich für Ausraster in Köln

Nach abgebrochener c/o Pop-Show flogen Stühle und Mikrofone

Am vergangenen Donnerstag spielte Patrick Wolf ein denkwürdiges Konzert auf der Open Air Bühne der c/o Pop am Kölner Offenbachplatz. Nachdem das Konzert auf polizeiliche Anordnung hin abgebrochen wurde, flippte der Paradiesvogel aus, beschimpfte die Organisatoren und warf Gegenstände über die Bühne. Jetzt entschuldigt er sich in einem offenen Brief.

Was war passiert? Das Open Air Konzert am Offenbachplatz sollte ursprünglich um 22 Uhr beendet sein, doch da hatte man nicht mit den Allüren der Vorband Steve Strange (Ex-Visage) gerechnet. Der hatte vor 30 Jahren einen Welthit ("Fade To Grey") und versucht nun im Rahmen des großen 80er-Revivals wieder einmal verzweifelt ein Comeback.

Doch offenbar reicht die Kondition nicht mehr für einen kompletten Auftritt, denn nach einem verspäteten Beginn torkelte er recht indisponiert über die Bühne und unterbrach zwischendurch sein fragwürdiges Set für 10 Minuten, um sich in aller Ruhe umzuziehen, was die Veranstalter zunehmend ins Schwitzen brachte. Obwohl bereits von der Bühne gewunken, spielte die alternde Diva noch eine grauenvolle Ballermann-Version ihres großen Hits.

Patrick Wolf konnte also erst mit einiger Verspätung sein musikalisch wesentlich ambitionierteres Konzert beginnen. Doch bereits nach gut einer halben Stunde wurde ihm der Saft abgedreht, was ihn zu einem bösen emotionalen Ausrutscher verleitete, bei YouTube, Twitter und Co. bestens dokumentiert.

Jetzt äußert er sich zu den Umständen des merkwürdigen Auftritts und teilte im Brief mit, dass ihn seine Musik sehr emotional mache und er über die Umstände seines verkürzten Auftritts nicht im Vorfeld informiert wurde.

"I'm terribly sorry if anyone was upset by this display of closure on a show, but as a human who works like a dog to keep myself in music during these hard times in the industry, I do have off days and bad moments like every other person in the world - although I am not sorry that I am passionate enough about music to care that my crowd didn't get their money's worth due to curfews and mismanagement of stage times. I hope you agree."

Das Publikum pflichtete ihm bei und rief noch eine halbe Stunde nach Ende der Show nach Zugaben.

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