PeerCache: KaZaA-Erfinder will Filesharing schneller machen

Anno 2002 wurde der KaZaA-Mitgründer Niklas Zennström von der RIAA (Recording Industry Association of America) verklagt. Im Anschluß daran verkaufte er die KaZaA-Software und Internetpräsenz. Jetzt hat er mit seiner Firma Joltid eine neue Entwicklung am Start: PeerCache.

PeerCache ist nichts weiter als ein Zwischenspeicher, der direkt beim Provider ins Netzwerk gehängt wird, und die am stärksten frequentierten Daten vorübergehend sichert. Wenn nun also ein User, z.B. über KaZaA oder iMesh, die das gleiche Protokoll wie PeerCache nutzen (FastTrack), Dateien sucht, die in diesem Cache zwischengespeichert sind, werden sie direkt von dort heruntergeladen und nicht vom Peer-User selbst. So soll den P2P-hostenden Internet-Service-Providern (ISP) bis zu 25% weniger Datentransfer zugemutet und den Usern eine schnellere Downloadrate garantiert werden. Bei den Providern besteht momentan ca. 70% des Datenflusses allein aus Filesharing.
"PeerCache wird die File-Sharing-Kosten für ISPs reduzieren und es steigert die Download-Geschwindigkeit für User, was mehr Usern einen Anreiz gibt, den Service zu nutzen", prognostizieren Experten von der Harvard Law School.
Die Softwaretechnik ist nach Angaben von Joltid bereits bei drei führenden europäischen Providern im Einsatz, unter anderem bei dem niederländischen Wanadoo, einer Tochter der France-Telekom. Andere Unternehmen seien sehr interessiert. Der nächste große Wurf von Niklas Zennström scheint nicht nur die P2P-User zu interessieren.
So weit, so gut. Am Dienstag aber gab Wanadoo bekannt, daß alle PeerCache-Server abgeschaltet seien. Begründung: ?it was only an experiment?. Anscheinend befürchtet der Mutterkonzern, in Copyright-Verstöße verwickelt zu werden. Und das berechtigter Weise, denn obwohl Wanadoo verlauten ließ: ?Wir glauben, daß dieses Cache legal ist?, machte die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) bereits deutlich, daß der Caching-Dienst nicht automatisch die Befreiung von Copyright-Gewährleistung bedeute.
PeerCache ist also für Provider interessant und gefährlich, wahrscheinlich zu gefährlich, wo doch bereits einzelne Personen von der RIAA verklagt werden. (tk)

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