Peinliche Lieblingslieder

Der Tonspion Wochenrückblick
Celine Dion führt in Deutschland die Download-Hitparade der peinlichsten Lieblingslieder an, ein Liebeslied an ein Computerprogramm und eine Versicherung gegen die Filesharing-Klagen der Musikindustrie.

Musikdownloads haben auch den Vorteil, dass die heruntergeladenen Musikfiles nicht - wie etwa bei CDs oder Vinyl-Alben - gut sichtbar im Plattenregal lagern, sondern diskret in der Filestruktur der Musiksoftware versteckt bleiben. Wer sich also im CD- oder Plattenladen nicht den abschätzigen Blicken der Verkäufer aussetzen will, weil er einen Phil Collins oder Whitney Houston Tonträger mit nach Hause nehmen will, erledigt den Kauf seiner peinlichen Lieblingslieder wohl am Besten über einen Online-Musikhändler seiner Wahl. Die britische Musikberatungsfirma Musikchoice hat nun die beliebtesten "guilty pleasures" der Europäer erhoben. In Deutschland liegt dabei Celine Dion mit der Schmonzette "My heart will go on" an der Spitze. In Großbritannien dominiert der Schmusepopper Chesney Hawkes mit "I am the one and only" das Download-Ranking. Weitere Nennungen: Phil Collins "In the air tonight", Elaine Paiges & Babara Dicksons "I know him so well" und Whigfields "Saturday Night".

Auf einer Peinlichkeits-Skale von eins bis zehn würde zweifellos auch das Musikvideo "Boten Anna" mühelos die Zehn erreichen. Dabei handelt es sich um das wohl erste Liebeslied, dass einem Computerprogramm gewidmet ist. Das Video zeigt einen blonden Jüngling, abwechselnd im gelben Strandbuggie und auf einem Tretboot, der von einem Schunkel-Techno-Beat unterlegt, ausdrucksvoll den Bot Anna besingt und dem fassungslosen Publikum dabei eine Vorstellung davon vermittelt, wie eine Kreuzung aus Dieter Bohlen, Aha, Kraftwerk und der Grup Tekkan aussehen könnte.

Dass die Schweden aber auch über einen Sinn für das Praktische verfügen, beweist das Unternehmen Tankaftritt, das seit Kurzem ein Filesharing-Versicherung anbietet. Gegen den jährlichen Betrag von 140 schwedischen Kronen (umgerechnet rund 15 Euro) werden allfällige Strafzahlungen und Anwaltskosten im Falle einer Klage der Musikindustrie von der Versicherung abgedeckt. Wer erwischt wird, bekommt darüber hinaus ein T-Shirt geschenkt. Wenn das mal kein guter Deal ist. (dx)

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