Peter Gabriel filtert das Netz

The Filter soll das Entertainmentangebot im Web erschließen
Grammy-Gewinner Peter Gabriel beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit dem Web. Jetzt hat er mit The Filter einen Dienst vorgestellt, der das Web mit maßgeschneiderten Inhalten überschaubar machen will.

Das Netz ist riesig, es gibt Seiten zu jedem erdenklichen Thema und absolut nichts, was es nicht gibt. Umso schwerer ist es da einen Überblick zu bekommen, über das, was den Einzelnen interessieren könnte. Deshalb arbeiten viele Firmen daran, mit automatischen Filtern, Inhalte zu erschließen. Das Prinzip ist immer gleich: der Nutzer legt sich ein Profil an und bewertet oder speichert Inhalte, die er mag. Anschließend werden ihm weitere Inhalte angeboten, die Nutzer mit ähnlichen Vorlieben gut fanden. Vor allem im Musikbereich ist dieses Prinzip bereits äußerst erfolgreich von Anbietern wie Last.FM oder ilike.com erprobt worden.

Nun soll The Filter nicht nur Bands, sondern Entertainment-Inhalte aus dem gesamten Web entsprechend filtern. Erste Tests zeigen, dass es noch nicht ganz so gut funktioniert, wie es eigentlich müsste. Vor allem aber offenbart sich ein Problem, was den meisten automatischen Filtern früher oder später zum Verhängnis werden könnte: gefunden wird meistens das, was populär ist. Was populär ist, kennt man aber auch schon, man braucht keinen Filter, der einem nur das Bekannte serviert. Mit Neuem haben auch die vermeintlich innovativen Anbieter so ihre Probleme. Was zunächst nur eine Handvoll Leute gut finden, wird dort kaum berücksichtigt. Viel schlimmer: es wird einem nicht erklärt, sondern wortlos auf den Browser geklatscht.

Die wichtige Aufgabe der ersten Vor-Filterung fällt also doch wieder den redaktionellen Medien zu, die auf einen Schlag zig-tausend Leute auf neue Platten, Künstler oder Filme hinweisen können, die sich dann auf alle möglichen Arten im Web verbreiten. Wirtschaftlich gesehen sind die redaktionslosen Angebote ohne Frage wesentlich günstiger. Doch ob sich ohne eigene Inhalte im Netz auf Dauer auch ein tragfähiges Geschäftsmodell wird entwickeln lassen, muss sich erst noch erweisen. Derzeit erzielen noch in erster Linie die großen redaktionell betreuten Seiten entsprechende Werbeerlöse, während die großen Netzwerke vergeblich versuchen ihre Milliarden von Seitenaufrufen zu verscherbeln. Die Idee, lieber gleich Nutzerdaten feil zu bieten, liegt da nicht fern.

Für den früheren Genesis-Sänger Peter Gabriel ist es bereits das zweite Großprojekt in Sachen Internet. Mit OD2 gründete er bereits 1999 den ersten legalen Downloadshop, fünf Jahre vor Apple iTunes und war damit zwar im Napster-Zeitalter nicht sehr erfolgreich, aber immerhin wegweisend.

Übrigens: auf unserem Entertainment-Webguide Netselektor (derzeit in einer Beta-Version im Netz) versuchen wir beide Ansätze zu kombinieren und einerseits den persönlichen Geschmack zu berücksichtigen, andererseits aber auch auf die Erfahrung und die Kompetenz einer Redaktion zu setzen und vor allem auf ihre Fähigkeit, Inhalte verständlich zu beschreiben.

Hier geht es zu The Filter

Udo Raaf / Tonspion.de

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