Phonoverband: Kein Anspruch auf Privatkopie

Der deutsche Phonoverband IFPI freut sich. Die Gesetzesvorlage zum neuen Urheberrecht berücksichtigt die meisten Forderungen, die die Musikindustrie gestellt hatte. Punkt 1: es gibt keinen Anspruch auf Privatkopien. Punkt 2: wer Kopierschutzmechanismen umgeht oder dazu anleitet, macht sich künftig strafbar.

Mit dem neuen Urheberrecht wird es den ganzen Computer- und Internetmagazinen verboten, mit dicken Schlagzeilen wie "So knacken sie jeden Kopierschutz" oder "CD Kopierschutz einfach umgehen" auf Kundenfang zu gehen.
Doch auch für Privatpersonen gilt zukünftig: Kopieren verboten. Zumindest wenn eine CD kopiergeschützt ist, kann sich der Kunde nicht mehr auf ein Recht zur Erstellung von Privatkopien berufen.
Ausserdem wird im Gesetzesentwurf die Verbreitung von Software, mit der man den Kopierschutz knacken kann ebenfalls verboten.
Damit enthält der Entwurf zum neuen Urheberrecht fast alle Forderungen, die die Musikindustrie aufgestellt hatte.

Unzufrieden ist die IFPI hingegen damit, dass es keinerlei Regelungen für Kopien von illegal erworbener Musik gebe, sowie mangelnde Handhabe gegen Internetnutzer, die Urheberrechtsverstöße im Netz begehen. Hier fordert die IFPI noch Nachbesserungen. Das Gesetz soll bis Ende 2002 in Kraft treten. Jedenfalls drängt der Phonoverband auf die Reformen.

Peter Zombik, Vorsitzender der IFPI antwortete im Computermagazin ZDNet.de ausführlich auf kritische Nachfragen von Musikhörern und verteidigt den eingeschlagenen Kurs zur Eindämmung der Musikpiraterie. Die Lobby der Musikindustrie hat ihren Job gemacht. (ur)

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