Piratebay.org von der Polizei geschlossen

Razzia bei weltgrößter Bittorrent-Tracker-Site
Die schwedische Bittorrent-Site The Pirate Bay ist seit Mittwoch vom Netz. Die Server wurden beschlagnahmt, drei Mitglieder der Betreibergruppe wurden zum Verhör mitgenommen. Ihnen werden Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen.

"Site down" ist seither lapidar auf der Site zu lesen. Piratebay.org war nach eigenen Angaben der weltgrößte Bittorrent-Tracker. Da es sich bei The Pirate Bay um eine Tracker-Seite handelt, die lediglich zum Tausch über das Filesharing-Protokoll Bittorrent angebotene Dateien indexiert, ist der Ausgang des Verfahrens ungewiss. Denn urheberrechtlich geschütztes Material wurde über die Site nicht angeboten. Entsprechend zuversichtlich geben sich die Piratebay-Betreiber. Sie planen vom schwedischen Staat Kompensationszahlungen einzufordern, sollte sich herausstellen, dass The Pirate Bay im Einklang mit dem schwedischen Urheberrecht betrieben wurde.

Die internationale Unterhaltungsindustrie versucht bereits seit Längerem Bittorrent-Tracker und -Suchmaschinen vom Netz nehmen zu lassen. Zuletzt wurde ein Verfahren gegen die Bittorrent-Suchmaschine Suprnova.org angestregt. Die Ermittlungen wurden jedoch eingestellt. Auch The Pirate Bay stand bereits seit geraumer Zeit auf der Abschussliste der Musik- und Filmindustrie.

Die Piratebay-Betreiber stellten sich in der Vergangenheit bereits mehrmals vehement gegen die Urheberrechtsgesetzgebung und traten für den freien Tausch kultureller Güter über das Internet ein. "Wir betrachten es als unsere Pflicht, Kultur und Medien zu verbreiten", gaben sie Anfang März in einem Interview mit dem US-Technologiemagazin "Wired" zu Protokoll. The Pirate Bay ist auch ein integrativer Bestandteil der schwedischen Filesharing-Bewegung, die sich über die "Piraten-Partei" (Piratyran) bei den im Herbst stattfindenden schwedischen Wahlen gute Chancen ausrechnet, ins Parlament einzuziehen. Die Hoffnung ist jedenfalls nicht unbegründet. Rund zehn Prozent der neun Millionen schwedischen Internet-Nutzer sollen nach einschlägigen Statistiken bereits Inhalte über Peer-to-Peer-Netzwerke getauscht haben. (dx)

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