Plattenfirmen planen Virenangriff in Tauschbörsen

Im Kampf gegen das Tauschen illegaler Files in Tauschbörsen wollen US-Plattenfirmen nach einem Bericht der New York Times jetzt zum Angriff übergehen. Durch eigens entwickelte Viren will man den Filesharern den Spaß am Tauschen von Musik gründlich verderben.

Während man als Hacker mit einer Verfolgung von Seiten der Justiz rechnen muss, hängt die Plattenindustrie ihre Pläne zum Angriff auf die Computer der Musikfans bereits jetzt an die große Glocke. Das könnte als Zeichen dafür gewertet werden, dass es sich eher um verbale Abschreckung, denn um eine konkrete Gefahr handelt. Oder aber, in den USA gilt weiterhin das Recht des Mächtigen, wie es die US-Außenpolitik derzeit vorexerziert. Und dann ist jedes Mittel recht.

Anscheinend soll es Viren geben, die den Computer eines Nutzers für mehrere Stunden einfach lahm legen. Ein anderes Virus soll die Festplatte nach Musikdateien durchsuchen und dann einfach löschen - Irrtümer sind natürlich nicht ausgeschlossen. Dass das Herunterladen von Musikfiles aber überhaupt nicht verboten ist und es auch weiterhin jede Menge legale Musik zum Download im Internet gibt, scheint bei diesen Plänen kaum berücksichtigt. Ein derartiger Angriff wäre schlichtweg illegal. Deshalb ist es zweifelhaft, ob die angeblich von den großen Majorfirmen finanzierten Virenschleudern wirklich eingesetzt werden. Schließlich kennt man die Schadensersatzforderungen, die in den USA gerne mal geltend gemacht werden.
Erst vor Kurzem hatte ein Gericht die Tauschbörsen Grokster und Morpheus für legal erklärt.
Nach Bekanntwerden der Pläne wurde die Homepage des amerikanischen Verbands der Musikindustrie RIAA von Hackern kurzerhand mal wieder lahmgelegt. (ur)

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