Podcasting: Das Download-Radio

Teils eins: Eine Einführung
Ex-MTV-Moderator Adam Curry macht`s. Paris Hilton ebenfalls. Und der Indie-Rock-Nerd von nebenan sowieso. Podcasting ist innerhalb weniger Monate zum meistdiskutierten Netzradio-Trend geworden. Doch was verbirgt sich eigentlich genau dahinter? Wir wollen das Phänomen in den nächsten Tagen hier einmal genauer vorstellen.

Radio? Ach ja, da war doch mal was. Ein feines Medium, das einem täglich gute Musik frei Haus lieferte. Ein Raum für ungewöhnliche Hörspiele und mitreißende Reportagen. Hin und wieder sogar Zeitmaschine. Damals, als der Brei der Hitformate den Rund- noch nicht zum Dudelfunk umfunktioniert hatte.

Heute taugt Radiohören ? mit Ausnahme einiger weniger löblicher Ausnahmen ? nur noch zum Aus-Dem-Bett-Schmeißen. Schnell aufstehen, bevor der Moderator noch einen weiteren dummen Witz reißt. Zum Glück gibt es ja mittlerwiele eine ganze Reihe vollwertiger Alternative im Netz. Zu dumm allerdings, dass man diese nur am Rechner hören kann.

Das dachte sich auch der Ex-MTV-Moderator Adam Curry, als er im Frühjahr letzten Jahres erstmals an Plänen für ein abonnierbares Download-Radio tüftelte. Curry wollte Radiosendungen als MP3-Dateien verbreiten ? und seinen Hörern gleich auch noch das leidige Runterladen abnehmen. Ein paar Monate später stellte er ein erstes Porgramm namens iPodder ins Netz. Dazu begann er mit der Produktion einer täglichen Download-Radioshow. Podcasting war geboren.

Podcasting vereint Techniken der Weblog-Welt mit MP3-Downloads. Weblogs nutzen so genannte RSS-Feeds, um ihre Leser über neue Beiträge auf dem Laufenden zu halten. Podcaster verbreiten darüber ihre Radiosendungen. Nutzer brauchen dazu lediglich ein Porgramm wie den iPodder, mit dem sich die Podcast-Feeds abonnieren lassen. Ist eine Sendung abonniert, dann landen alle Beiträge ganz automatisch auf der eigenen Festplatte.

Diese simple Technik und Currys Missionarsarbeit haben in den vergangenen Monaten zur Gründung unzähliger Podcasting-Porgramme geführt. Meist werden diese von Amateuren am Heim-PC produziert. Das Themenspektrum reicht von Indierock über Linux-News bis zu Weintrinker-Shows.

Die meisten Podcasts sind weiterhin auf Englisch. Doch mittlerweile gibt es mit dem Prägnanz-Podcast, dem deutschen Audible-Podcast und dem Podcast von Phlow.net auch eine ganze Reihe nette deutschsprachige Sendungen. Eine gute Übersicht ermöglichen der Podcast-Kataloge Podcastalley.com und Podster.de. (jr)

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