Pono: Neil Young stellt neues Digitalformat in Studioqualität vor

Pono soll Musikwelt revolutionieren

Neil Young hadert schon lange mit der Qualität digitaler Musik. Deshalb hat er 2011 ein Startup für die Entwicklung eines neuen High Quality-Audiosystems aufgebaut. Pono soll nun auf den Markt kommen und nichts weniger als das Musikhören revolutionieren. Die ersten Reaktionen von Musikerkollegen sind euphorisch - es gibt aber auch kritische Stimmen.

In einem Video zeigen sich zahlreiche Musiker von Rick Rubin bis Elton John völlig begeistert von der neuen Klangerfahrung, die Pono ermöglichen soll. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das auf dem verlustfreien FLAC-Format basiert und über einen eigens entwickelten Player abgespielt werden kann. Damit soll es möglich werden, Musik zu Hause in Studioqualität zu hören. Selbst einer CD sei Pono haushoch überlegen.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die wissenschaftlich belegen, dass das menschliche Ohr diese Unterschiede gar nicht wahr nehmen könne. Entsprechende Hörtests unterlägen häufig einem Placebo-Effekt. Viel wichtiger als neue Abspielgeräte sei die Qualität der Encodierung der Audiofiles, sowie die Wahl der Kopfhörer, Verstärker oder Boxen. Natürlich seien unkomprimierte Audiofiles besser, aber dafür bräuchte es eigentlich keinen neuen Player und kein neues Audioformat. Für die Musikindustrie bietet sich durch Pono indessen die Chance, nach Vinyl, CD, DVD, MP3 und Streaming nun nochmal mit einem neuen Format Geld zu verdienen. Insofern ist nur verständlich, dass Pono dort extrem gut ankommt und vermutlich nach Kräften unterstützt werden wird.

Um den Player und den Pono Music Store für die Masse verfügbar zu machen, wurde eine Kickstarter-Kampagne gestartet, über die innerhalb weniger Stunden zwei Millionen Dollar zusammen gekommen sind. Dort kann man den Player bereits jetzt vorbestellen. Der PonoPlayer soll für ca. 400 Dollar in den Handel kommen. Alben in Studioqualität sollen im Pono Music Store vermutlich im Bereich zwischen 15 und 25 Dollar kosten, derzeit verhandelt Pono noch mit allen großen Plattenfirmen. Die gekauften Alben sollen wie MP3-Alben oder CDs dem Käufer gehören und nicht nur "geliehen" sein, wie bei Streaming-Diensten. Dennoch kann der Pono-Kunde auch jederzeit über die Cloud auf seine Musik zugreifen. Im Spätsommer 2014 soll mit der Produktion begonnen werden und im Oktober werden nach den bisherigen Planungen die ersten Player ausgeliefert.

Insgesamt hört sich das trotz mancher offener Fragen sehr spannend an, denn auf Dauer muss es noch etwas anderes geben, als die Wahl zwischen umständlichem Vinyl oder flüchtigen Streams in bescheidener Soundqualität. Und es ist fast schon Ironie des Schicksals, dass ausgrechnet ein alter Haudegen wie Neil Young ein Startup gründen muss, um "seine" Musik so verfügbar zu machen, wie er es als Musiker gerne hätte.

Mehr Informationen über Pono unter www.ponomusic.com

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