popfile.de gestartet

Für die Politik, von der sich die Plattenindustrie Unterstützung im Kampf gegen Musikpiraterie erhofft: Gerhard Schröder. Für die Musik, um deren Bewahrung und Schutz es ihr geht: Jeanette Biedermann. Popfile.de, das Download-Portal des Musikmultis Universal, wurde am Freitag mit prominenter Starthilfe ins Rennen geschickt.

Nach dem kostenlosen Anlegen eines Accounts kann mit dem fröhlichen Download aus dem Universalkatalog begonnen werden. Die anfallenden Kosten kann der User mit der Telefonrechnung bezahlen. Auch einige Gratis-Downloads sind auf popfile.de zu finden, die für den Tonspion jedoch nicht interessant sind: Man erhält sie - wie schon berichtet - nicht im MP3-, sondern in einem speziell kopiergeschützten WMA-Format.

Bei einer Pressekonferenz vor 250 Journalisten pflichteten sich Schröder und Universal-CEO Tim Renner gegenseitig bei, wenn es um unternehmerisches Wagnis und neue Märkte für die Musikindustrie ging. Es sei, so Schröder, Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen für Innovationen zu schaffen. "Ich finde ein Angebot wie popfile.de einen lobenswerten Ansatz gegen illegale Quellen.", so der Kanzler wörtlich. Besagter Rahmen könne jedoch nur geschaffen werden, wenn die Industrie einen Markt für ihre Innovationen schaffen würde. Dass Bedarf an Downloadportalen bestehe, sei angesichts millionenfacher Downloads von illegalen Websites offensichtlich.

Ob dafür auch Geld ausgegeben wird, muss sich hingegen erst noch zeigen. 99 Cent verlangt popfile.de für einen Song in einem eigenen Format, das ein Wasserzeichen enthält, um die Weitergabe im Netz zu verhindern. Um die Songs laden zu können, muss zudem eine Software-Applikation heruntergeladen und installiert werden, die sich dann automatisch in der Taskleiste des PC einnistet und anschließend ständig auf dem Rechner präsent ist, ob man nun bei popfile gerade etwas herunterlädt oder nicht.

Es gibt noch viel zu tun, bis ein überzeugendes Konzept auch für Befürworter eines offenen Standards in Sachen legale Musikdownloads vorliegt. Ein vorsichtiger Anfang ist immerhin gemacht.

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