popfile.de liefert Zwischenbilanz

Vor einem Monat ging die Universal Marketing Group mit dem Download-Portal popfile.de ins Netz. Nach ein paar Tagen wurde die bequemste Bezahlmethode abgeschafft, das Songangebot ist durchaus noch überschaubar, und generell wurde der Vorstoß von Universal eher skeptisch betrachtet. Die Zwischenbilanz sieht vor diesem Hintergrund gut aus.

30000 Titel à 99 Cent gingen bis Ende August über den virtuellen Ladentisch. Joachim Kirschstein, Managing Director der UMG, freut sich: "Allen Unkenrufen zum Trotz: Wir verkaufen Downloads"
Tatsächlich sieht es ganz und gar nicht so aus, als wäre das Experiment gescheitert. 7,5 Millionen Page Impressions und 55.000 Installationen des popfile.de-Players lassen hoffen, dass das Modell des kommerziellen MP3-Portals in der Praxis funktioniert - Umsonstkultur und bequemer Halblegalität zum Trotz.
Sicher kann man mehr als 1000 Downloads pro Tag verkaufen. Diese Zahl ist ja auch nur das Ergebnis von Phase Eins. Mit dem erfolgreichen Abschluss derselben als Referenz will man jetzt Kooperationspartner ins Boot holen:
Die üblichen Musikverdächtigen VIVA und MTV, zusammen mit Pro Sieben und Sat1, Karstadt und Verlagen wie Bauer und Springer - "eben alle Partner, mit denen wir auch sonst zusammenarbeiten", so Kirschstein.
Bis zum Sommer 2003 sollen auch andere Labels an popfile.de andocken können. So könnte das derzeitige Angebot von 6000 Universal-Songs auf immerhin 30000 aufgestockt werden, nach oben soll es keine Grenze geben.
Die Skepsis der Kritiker schien unangebracht, doch wie weit popfile.de die bisher erzielten Zahlen noch steigern kann, ob es sich tatsächlich als Verkaufsmodell etabliert, ob die Medienmacht der Kooperationspartner reicht, um popfile.de in die Köpfe der MP3-Freunde zu prügeln, das wird die Zukunft zeigen. Spannend bleibt es so oder so. (sc)

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