Primavera Festival 2016 - Tag 2 mit Radiohead, Beirut, Savages

Tag 2 beim Primavera Festival 2016 stand ganz im Zeichen von Radiohead, dem Headliner des Festivals. Aber es gab auch noch viele weitere spannende Konzerte. 

Savages Primavera
Grrrl Power: Savages eröffneten den Abend auf der Hauptbühne mit dreckiger Rockmusik und es gibt sogar einige Musikjournalisten, die behaupten, sie seien die beste Liveband unserer Zeit. Nicht Frauenband, wohl gemerkt. 


Die Folk-Rocker von Beirut hatten auf der gegenüberliegenden Bühne die schwierige Aufgabe, die Zeit vor Radiohead zu überbrücken. Irgendwie schien die Bühne zu groß für Zach Condon und seine Band und so wurde die Wartezeit lang und länger, genauso wie die Schlangen an den Getränkeständen und Toiletten.


Gerade noch groß genug war dann die Hauptbühne für Radiohead, die ihr Konzert ganz leise und fokussiert mit den Songs des neuen Albums eröffneten und es tatsächlich schafften, das laute Festivalpublikum zum Zuhören zu bringen. Bei "No Surprises" und "Karma Police" übernahmen die Fans erstmals die Lead Vocals, danach ging die Zeitreise weiter zu den elektronischeren Songs von "Kid A" und bei der Zugabe "Paranoid Android" wurde es sogar noch mal richtig laut und wild.

Und schließlich, als die Band überraschend zum zweiten Mal zurück auf die Bühne kam und sich die Massen bereits zur nächsten Show in Bewegung gesetzt hatten, spielten sie als letzte Zugabe tatsächlich noch "Creep" in voller Länge! Zum ersten Mal auf der laufenden Tour ließen sich Thom Yorke und Co. erweichen, die von der Band verhasste und von den Fans innig geliebte Hymne aus ihren Anfangstagen ganz zum Schluss des Konzerts als Sahnehäubchen zu servieren und ihre Fans restlos glücklich in die Nacht zu entlassen.


Insgesamt war es ein schön ausbalanciertes Konzert aus 23 alten und neuen Songs, leise und lauten Momenten, aus experimentell-verspielten Sachen und den großen Hymnen, die sie heute nicht mehr schreiben wollen, obwohl sie es zweifellos jederzeit könnten. 

Radiohead sind auch deshalb die spannendste Rockband auf dem Planeten geblieben, eben weil sie sich konsequent weigern, nur noch Erwartungen zu erfüllen und alte Hits zu spielen, sondern immer in Bewegung und lebendig bleiben. Das zeigt auch ihre Setliste, die bei jedem Konzert der Tour anders ist und vermutlich auch oft ganz spontan geändert wird.

Einziger Wermutstropfen: die Visuals waren für ein Konzert vor über 50.000 Menschen klar unterdimensioniert, die hinteren Reihen sahen rein gar nichts von der Band, während ein ziemlich großer Bereich vor der Bühne für die geladenen Gäste des Hauptsponsors reserviert blieb.

Hier einige Mitschnitte des Konzerts am 3. Juni 2016 in Barcelona:

Wir freuen uns jedenfalls jetzt schon aufs Lollapalooza in Berlin, dem einzigen Konzert in Deutschland in diesem Sommer und sind gespannt, welche Songs sie dort zum Besten geben werden.

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(Fotos: Eric Pamies)

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