Pro Oasis - zum neuen Album "Dig Out Your Soul"

Wie kann man diese Band eigentlich nicht verstehen?
Auf Oasis kann man sich verlassen. Zumindest auf das, was noch von der Band übrig ist. Also die beiden Brüder: große Fresse, aber auch volles Pfund dahinter. Auch auf dem neuen Album.

Überall hört man, dass sich Oasis nicht weiter entwickeln, ihr Sound sei weitestgehend noch der ihres Debüts. Verdammt noch mal, zum Glück! Sind sie doch eine der wenigen Konstanten des Rock´N´Roll. Zugegeben, einem schwahnt schon Übles, sieht man die Gallaghers vor dem inneren Auge noch als Fünzigjährige die Stadien füllen. Aber bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit, sollen doch derweil die Stones & Co. weiterhin die traurigen Gestalten mimen, ehe dann 2020 Oasis übernehmen.

Man darf ja auch nicht vergessen, dass Oasis mehr oder weniger eine ganze Generation befreit haben: dem englischen Pöbel haben sie Akkorde beigebracht. Also zumindest drei Akkorde. Na und? Das Noel ein großartiger Songwriter ist, darf ihm niemand absprechen. Das sein kleiner Bruder als Rockstar geboren wurde, mit hinter dem Rücken verschränkten Armen und zu niedrigem Mirko vor dem arroganten Gesicht, ist wohl auch unbestritten. Zugegeben, bei Oasis gibt im das Gesamtwerk den Ton an. Insbesondere die ersten beiden Alben.

Aber auch der aktuellen Single "The Shock Of The Lightning" kann man sich doch einfach nicht entziehen: größenwahnsinnig und durch ihren Star(r)sinn irgendwie auch zeitlos. Da wird man nicht mit irgendwelchen Experimenten gequält. Allenfalls mit einem Remix der Chemical Brothers, also sozusagen den "Oasis des Oldschool-Clubsounds". Die älteren Herren bleiben anscheinend gerne unter sich. In keinster Weise anfällig für irgendwelche Moden. Einfach nur: Riff, Refrain, Rock und Roll. Ende aus. Applaus. Den gibts hier auch quasi schon vorab für "Dig Out Your Soul". Definitv! Und eben nicht nur vielleicht.

Jan Schimmang / tonspion.de

Interview: Oasis zum neuen Album
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