Radiohead lüften Geheimnis um "In Rainbows"

Wie erfolgreich die Downloadaktion wirklich war

Auf der diesjährigen Popkomm war es ein heiß diskutiertes Thema: wie erfolgreich war das "Pay-what-you-want"-Prinzip von Radiohead für ihr Album "In Rainbows" und was kann die Branche daraus lernen? Eine ganze Menge offenbar.

Denn Radiohead ließen sich nun ein bisschen in ihre Karten gucken. "In Rainbows" setzte demnach als Download bereits mehr Geld um, als das Vorgänger-Album "Hail To The Thief" insgesamt. Nach der Downloadaktion kam das Album auch als Box-Set mit exklusiven Songs in den Handel und wurde nochmals 100 000 mal verkauft. Insgesamt war "In Rainbows" für Radiohead also ein durchschlagender finanzieller Erfolg, nicht zu vergessen die bis heute anhaltende Berichterstattung über das Thema. Genaue Zahlen wollte die Band und ihr Management nicht nennen.

Radiohead hatten vor einem Jahr ihr Album bereits kurz nach Fertigstellung im Studio auf ihre Webseite gestellt, die Fans konnten es für einen beliebigen Betrag herunterladen. Während die meisten Neugierigen 0 Euro ausgegeben haben, war das neue Radiohead-Werk anderen wieder deutlich mehr Geld wert (siehe auch: unsere Umfrage zum Thema).

Unbezahlbar war jedoch die Medienaufmerksamkeit, die dieser Aktion zuteil wurde. Und genau deshalb ist das Modell eigentlich nicht wirklich tauglich, um es auf andere Veröffentlichungen oder Künstler zu übertragen. Wenn jeder seine Alben so verkauft, bleibt der Medienrummel nämlich irgendwann aus und keiner erfährt davon. Viele Nachahmer mussten bereits diese schmerzvolle Erfahrung machen, darunter auch Nine Inch Nails-Macher Trent Reznor (wir berichteten).

Der Erfolg der Aktion zeigt also eigentlich nur zwei Dinge: Kreativität und Originalität zahlen sich auch im Netz aus - unter Umständen. Denn: wohl dem, der so einen Bekanntheitsgrad genießt, dass solche Aktionen überhaupt auf breites Medieninteresse stoßen.

Udo Raaf / Tonspion.de

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